Beim Übergang in die Renaissancezeit lebte in Zürich eine Reihe hervorragender Glasmaler.
Einige Werke von ihnen kann man im Landesmuseum sehen. Dann kam die Reformation. In Zürich wurde sie durch Ulrich Zwingli eingeführt. Der war im 16. Jahrhundert "Leutpriester", der Gemeindeprediger im Großmünster. Nebenan, in der Kirchgasse, wohnte er. Von hier leitete er die schweizerische Reformation ein. Zürich war denn auch die erste Stadt, die komplett protestantisch wurde.
Weit klarer als Luther sah Zwingli die politischen Möglichkeiten dieser Reformation, weit radikaler war er für die Abschaffung aller Äußerlichkeiten: der Prozessionen, der Kirchenbilder, des Orgelspiels und des Gesangs.
Wie auch immer seine Bemühungen auf die Erneuerung des kirchlichen Lebens wirkten - der künstlerischen Entwicklung Zürichs bekamen sie nicht sonderlich. Anregungen der Kirche auf dem Gebiet der Kunst blieben fortan aus; man gab sich nüchtern und zurückhaltend.
Die Renaissance faßte - wohl auch deshalb - nur zögernd Fuß und hinterliess wenig bleibende Merkmale. Erst zur Barockzeit, gegen Ende des 17. Jahrhunderts, wurde in Zürich wieder fleissig gebaut, darunter eine große Reihe von Zunfthäusern. Noch hübschere Zunftbauten entstanden später, im Rokoko. Man sieht es vor allem an den Bauten am Münsterhof.
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