Einige berühmte Seen gehören zum Berner Oberland: vor allem der Thuner und der Brienzer See.
Rings um fast alle Schweizer Seen führen hervorragende Autostraßen, die so angelegt sind, daß man nicht nur schnell vorankommt, sondern auch immer wieder hübsche Ausblicke hat. Eine dieser Aussichtsstraßen - und zwar eine besonders schöne - führt an der Nordseite des Thunersees entlang, zwischen Hünibach - das sich an Thun anschließt - und Interlaken. Man fährt durch eine Gartenlandschaft, die vom milden Klima dieser Gegend profitiert. Hier wachsen Lorbeerbäume und Feigen.
Die Straße berührt Hilterfingen mit seinem Schloß Hünegg und Oberhofen mit einem weiteren Schloß, das wert ist, daß es besucht. Es stammt aus dem 12. Jahrhundert. Heute findet man dort ein Museum und einen Schloßpark im englischen Stil.

Schloß Oberhofen
Weiter geht es durch Gunten und Merligen zu den Beatushöhlen, die zwei Kilometer weit in den Berg führen. Dort hat - so behauptet die Legende - im zweiten Jahrhundert der heilige Beatus gehaust.
Übrigens kann man rund um den Thunersee einige der ältesten Kirchen der Schweiz entdecken. Mehrere wurden schon im 10. Jahrhundert von König Rudolf II. und seiner Frau Berta gegründet. Wer sich mehr mit der weit zurückreichenden Geschichte dieses Gebiets befassen will: Heimatmuseen findet er in fast jedem Ort des Oberlandes. Aber die in Spiez, Oberhofen und Thun sind besonders interessant
Im Berner Oberland sind spektakuläre Volksfeste seltener als in mancher anderen Gegend der Schweiz. Was man aber immer wieder erleben kann, ist eine "Bergdorfet", wie die bäuerlichen Alpenfeste genannt werden: Kirchweihbetrieb, Tanz im Freien, Fahnenschwingen, Alphornblasen. Manche dieser Vergnügungen sind vor allem "Schwingfeste". Man mißt nach vorgeschriebenen Regeln - dem "Schwinget" - in allerlei sportlichen Ubungen die Kräfte.
Manche
Landschaften haben besondere Feste bewahrt - zum Beispiel das Justistal
über dem Thuner See die "Chästeilet". Gegen Ende September
spaziert alles zu den vier Käsespeichern auf den Almen. jeder Bauer
bekommt zugeteilt, was ihm der Sommer an Käse eingebracht hat. Als
Außenstehender blickt man bei dieser Verteilung kaum durch; anderswo
müßte man dafür einen Computer benutzen. Hier löst
sich alles so glatt wie das kleine Einmaleins.
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