Reisen in der Schweiz·Zürich IV
Historische Baukunst
in der modernen Stadt
Nicht jede Metropole ist eine Kunststadt. Zürich
ist es zweifellos. Man findet hier Kunst nicht nur in Museen, sondern
gewachsen, auf eidgenössischem Boden.
Zürichs Kulturgeschichte beginnt mit Karl dem Großen. Er
soll an vielem schuld sein; an der Gründung des Großmünster-Stifts
und der Fraumünster-Abtei, außerdem am Bau einer Pfalzburg
auf dem Lindenhof. Nun gut, vielleicht war er es nicht selbst. Seine Familie
jedenfalls war es, die Karolinger. Sie legten die Grundsteine zur Stadt
Zürich. Und die Mönche vom nicht weit entfernten St. Gallen,
damals schon berühmt ob ihrer Gelehrsamkeit, lieferten die geistige
Substanz.
Leider
blieb aus jener Zeit reinweg nichts erhalten. Erst zwei- oder dreihundert
Jahre später begann man in Zürich für die Zukunft zu bauen:
Das Großmünster (an dem ums Jahr 1100 begonnen wurde) und den
Chor des Fraumünsters - beides sehr schöne romanische Bauwerke.
Das Großmünster wurde Zürichs
Wahrzeichen und die bedeutendste romanische Kirche der Schweiz. Die
Türme wurden allerdings erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts fertig.
Im 18. Jahrhundert kamen die heute so charakteristischen Kupferhelme drauf.
(Es lohnt sich, auf den Karlsturm zu steigen - allerdings darf man das
nur in den Sommermonaten - und über die Stadt zu blicken.) An und
in der Kirche sind vor allem das Reiterrelief aus dem 13. Jahrhundert
sehenswert (man findet es am Nordturm) sowie die 500 Jahre alte steinerne
Statue Karls des Großen in der romanischen Krypta.
Die Gotik kam spät nach Zürich.
Zwar zeigen bereits die Kreuzgänge des Großmünsters, die
um 1200 entstanden, gotische Merkmale. Aber es dauerte bis zum 14. Jahrhundert,
ehe diese neue Baukunst wirklich angewendet wurde - am Chor der Predigerkirche
oder, etwas später, an der Wasserkirche und dem Lettner im Fraumünster.
In der Gotik entstand in Zürich auch die "Manessische Handschrift".
Sie ist die größte, berühmteste Sammlung mittelhochdeutscher
Minnelieder. Etwa zwischen 1300 und 1340 wurde sie geschrieben und gezeichnet.
(Sie liegt in der Heidelberger Universitätsbibliothek.)
>> Die vornehme
Weltstadt
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schon etwas gesetzte Dame
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