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Reisen in der Schweiz·Zentralschweiz VDer Freiheit eine Gasse Teil einsAuf dem hügeligen Wiesengelände oberhalb des Sempacher Sees, gleich nordwestlich von Luzern, wurde große Geschichte gemacht. Ein kleines Häufchen verzweifelter Eidgenossen zerrieb dort im Jahre 1386 ein glänzend bewaffnetes Berufsheer der kaiserlich-habsburgisch-österreichischen Truppen. Diesem Sieg ist es zuzuschreiben, dass die Schweiz schliesslich endgültig vom habsburgischen Einfluß befreit wurde. Und dieser Sieg ist vor allem einem Mann zu danken: Arnold von Winkelrled, der "der Freiheit eine Gasse" bahnte und dabei sein Leben opferte. Die landschaftliche Kulisse hat sich seit damals kaum verändert. Die Autostraße, die von Sempach zum Schlachtfeld führt (es gibt genügend Wegweiser), müssen Sie sich freilich wegdenken. Desgleichen die Schlachtkapelle und daneben das Wirtshaus "Zum Schlachtfeld". Die große, nach Süden zu abfallende Obstwiese, das Kampffeld, war schon damals mit Bäumen bestanden - wenn es auch nicht so viele waren wie heute. In der Frühe des 9. Juli 1386 hatten sich dort etwa 1400 Eidgenossen versammelt. Während sie den Feind erwarteten, der über Sursee heranzog, hockten sie im Morgengrauen da und würgten Brot mit Wurst hinunter. An dieser Stelle steht heute eine kleine Bildsäule, das "Morgenbrotstöcklein". Die kaiserlichen Truppen waren fast nur Adelige hoch zu Roß, kampferprobte und siegessichere Burschen. Sie stiegen von den Pferden, nahmen die Schnäbel von den Schnabelschuhen, um beim Kampf nicht behindert zu sein (die Stelle heißt noch heute "Schnabelwaid") und rückten zu Fuß bergab - in breiter Front, die dreieinhalb Meter langen Spiesse nach vorne gestreckt. Herzog Leopold, der Befehlshaber der Österreicher, stieg zu einem erhöhten Platz hinauf, um von dort die Schlacht zu beobachte. Dort steht heute, mitten in den Wiesen, ein Holzkreuz.
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