Die Schwäbische Alb·DIE HÖHLEN
VII
Nehmen Sie eine
Taschenlampe mit!
Die Charlottenhöhle. - Sie liegt rechts der Straße,
die von Hürben (bei Giengen/Brenz) nach Lontal führt; der Parkplatz
und die Hinweisschilder sind nicht zu übersehen. Die Höhle wurde
nach Königin Charlotte von Württemberg benannt; es ist mit 580
Metern die längste Tropfsteinhöhle der Schwäbischen Alb,
die besichtigt werden kann. Ein schmaler Gang wird von einem Dutzend großer,
hoher Hallen mit sehr schönen Tropfsteingebilden unterbrochen. Da
gibt es den Paulinendom und das Refektorium der Mönche, den Chorturm,
den Olymp und den Göttersaal. Sie sehen Säulen, steinerne Wasserfälle
und kegelförmige Gebilde. Im künstlichen Licht gedeihen kleine
Farne und Gräser. Neben Haustierknochen fand man auch Schädel
von Höhlenbären, Wildpferden, Wildrindern und Rentieren.
(Die Höhle ist zwischen April und Oktober täglich von 9.00
bis 11.30 und von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.)
In der Nähe findet man eine Reihe weiterer Höhlen. Sie sind
nicht auf Besucher eingerichtet, man kann aber hineinspazieren und sich
umschauen - wenn man eine Taschenlampe dabeihat. Die Vogelherdhöhle
liegt dort, wo das oben erwähnte Sträßchen in die Straße
von Bissingen nach Stetten mündet. Die Höhle bildet mehrere
große Hallen. Auch hier wurden Funde aus der Zeit vor 30 000 Jahren
gemacht: Elfenbeinschnitzereien von Mammut, Ren,
Wildpferd, Wisent,
Bär und Panther, obendrein von menschenähnlichen Figuren. Diese
Figuren gelten allgemein als die ältesten plastischen Kunstwerke
der Menschheit.
Auch die Bocksteinhöhle war in der Altsteinzeit bewohnt; sie liegt
hinter der Landstraße von Bissingen nach Öllingen, anderthalb
Kilometer hinter Bissingen.
Interessante Funde erbrachten zwei weitere Höhlen beim Hohlenstein.
Sie kommen hin, wenn Sie auf der Landstraße von Öllingen nach
Asselfingen bei Rammingen zum ehemaligen Kloster Lindenau links abbiegen
- zum Parkplatz bei den römischen Mauerresten. Der Weg geht dann,
jetzt zu Fuß, noch 500 Meter weiter bis zum Hohlenstein.
In der westlichen Höhle nahm man 1862 die allerersten urgeschichtlichen
Höhlengrabungen in Württemberg vor - und fand unzählige
Knochen sowie Schädel von Mammuts, Wildpferden, Elchen und Bären
(weshalb man sie "Bärenhöhle" nannte). Später
kamen auch Steinwerkzeuge ans Licht.
Im Stadl, gleich neben der Bärenhöhle, wurden Schädel
von Mann, Frau und Kind gefunden, außerdem eine 28 Zentimeter große
Menschenfigur mit einem Löwenkopf aus Elfenbein. (Die Figur können
Sie nun im Prähistorischen Museum in Ulm sehen.)
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