Reisen auf BORNHOLM·DIE INSEL
Mittelmeerstrände
in der Ostsee
Sie hat 50 000 Einwohner
und müßte eigentlich zu Schweden gehören, diese 587 Quadratkilometer
große dänische Insel. Denn von Kopenhagen muß man erst
weit um den Südzipfel Schwedens herumfahren, um Bornholm zu erreichen.
Im 17. Jahrhundert geriet die Insel auch tatsächlich an Schweden.
Aber die Bornholmer befreiten sich aus eigenen Kräften und erklärten,
da seien sie dann doch lieber dänisch.
Manche
Leute behaupten allerdings, Bornholm gehöre weder nach Schweden noch
nach Dänemark, sondern eher ins Mittelmeer.
Nicht nur, weil diese Insel weithin aus Granit besteht, sondern vor
allem, weil dort ein Wetter herrscht, das für die Ostsee schlechthin
unglaubhaft ist.
Hier wachsen Melonen, Feigen und Maulbeerbäume.
Und die Feigen wachsen nicht nur, sie reifen auch. Die Dörfer
klettern mit mediterranem Temperament die Klippen hinauf, über den
Felsen brütet die Hitze - das ist im Spätsommer wie in Süditalien
oder Griechenland. Im Norden gibt es Felsstrände und im Süden
so feinen Sand, daß ihn früher Europas Fürsten zum Tintenlöschen
benutzten. Obwohl man bis spät ins Jahr baden kann, findet auf den
prachtvollen Stränden Bornholms kein Gedränge statt.
Am Schönsten ist der Strand von Dueodde, an der Südspitze.
Da hat auch die kältere Jahreszeit ihre Reize, wie ein bornholmer
Bauer erlebte. Der liess sich mitten in einem Wintersturm (auch das gibt
es; Bornholm kennt Eis, Schnee und Skiläufer) bei aller Kälte
von einer obendrein noch kühlen Meerjungfrau verführen. Das
Ergebnis war Bonavedde - eine Hauptfigur der Bornholmer Sagenwelt, halb
Mensch und halb Troll.
Solche Sachen passieren nur auf Bornholm.
Die sommer- wie winterliche Exotik allein wäre
schon Grund genug, Bornholm anzusteuern, auch wenn das ziemlich umständlich
ist. Von Deutschland ist die Insel am ehesten mit der Fähre von Rügen-Mukran
(in 3 1/2 Fährstunden) zu erreichen. (Das ist eine Hauslinie der
Reederei Scandlines.)
Aber es gibt auf Bornholm noch mehr Interessantes: Felszeichnungen,
Runen- und Bautasteine aus der Wikingerzeit, sehr schöne Wander-
und Fahrradwege, die mächtige Burgruine Hammershus (ganz im Norden),
die malerischen Fischerdörfer sowie uralte Wehrkirchen - und zahllose
Kunsthandwerker, denen man beim Werken über die Schulter schauen
kann.
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Bildquelle: www.bornholm.net
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