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Reisen am Bodensee·REICHENAU I

Viel Bildung, viel Gemüse

Die größte Insel des Bodensees, die Reichenau, erreichen Sie über einen Damm. Sie finden dort drei Ortschaften. In der Reihenfolge ihres Erscheinens: Ober-, Mittel- und Niederzell.

Apfelernte Zwei Drittel der Reichenau gehören dem Gemüseanbau. Das milde Klima erlaubt bis zu vier Ernten im Jahr. Wenn der Regen nicht mitmacht, wird nachgeholfen. Hunderte von Beregnungsanlagen versprühen Bodenseewasser - bis zu 1250 Kubikmeter pro Stunde, wenn es nötig ist. Das ist ein Tankwagen pro Minute. Diese Mustergärtnerei (einschließlich der künstlichen Bewässerung) hat eine uralte Geschichte. Sie begann 724, als der westgotische Bischof Primin mit 40 Mönchen auf der Reichenau - damals hieß die Insel "Sintlazau" - ein Benediktinerkloster gründete. Hundert Jahre später schrieb Abt Strabo: "Ich scheue mich nicht, die schwieligen Hände tagsüber zu bräunen und in vollen Körben Mist über das Erdreich zu verteilen".

Zur gleichen Zeit sagte Abt Ermenrich von Ellwangen, ein Schüler der Reichenau: "Blühendes Eiland, wie bist du vor anderen gesegnet! Reich an Schätzen des Wissens und heiligem Sinn der Bewohner. Reich an des Obstbaumes Frucht und schwellender Traube des Weinberges. Immerdar blüht es auf dir und spiegelt im See sich die Lilie."

Recht hatte er. Nicht nur Obst und Gemüse beschäftigten die Mönche. Sie mühten sich auch intensiv um das Wissen ihrer Zeit. Jedes Buch, das sie in die Hand bekamen, schrieben sie ab und werteten es aus. Die Reichenau wurde zum Archiv der Nation. Wissen ist Macht. Zumindest war es damals so; über ihre Bildung gewannen die Reichenauer Mönche so viel Einfluß, dass sie in hochpolitische Probleme eingeschaltet wurden. Karl der Große pflegte sie - gleichsam als seine Botschafter - weit herumzuschicken.

Abt Waldo gründete gegen Ende des achten Jahrhunderts im Kloster eine Gelehrtenschule und eine Bibliothek. Prächtige illustrierte Handschriften entstanden. Die Reichenau wurde nun auch das Zentrum der deutschen Buchmalerei.

Die Vornehmen des Reiches schickten ihre Kinder zur Ausbildung auf die Insel - bis zu 500 Schüler wurden hier gleichzeitig unterrichtet. Das war viel für die damalige Zeit. Die Reichenau galt als eine Art nationaler Hochschule der Bildung. Es war eine hohe Ehre, hier Lehrer oder Schüler zu sein. Erst im 13. Jahrhundert verblaßte die Bedeutung des Klosters. Doch einiges aus jener großen Zeit ist noch heute zu sehen. Zum Beispiel in der Kirche St. Georg in Oberzell. Dort blieb der romanische Stil besonders rein erhalten. Sehr schön sind die monumentalen Wandmalereien aus dem zehnten Jahrhundert. Über den romanischen Säulen des Langhauses, zwischen den Bogen, sieht man die Portraits der Äbte des Reichenauer Klosters.

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