Geheimrat Goethe, um tiefe Worte nie verlegen, rief es aus: Italien ohne Sizilien macht kein Bild in der Seele. Hier ist der Schlüssel zu allem!
Gilles San Martin from Namur, Belgium, Abies nebrodensis (31505534280), CC BY-SA 2.0
Die Sizilianer werden's gerne hören, es klingt auch gut, aber leider stimmt es nicht. Zumindest nicht mehr so komplett. Für Herrn Goethe, der Italien noch ganz klassisch empfand, mag es ja seine Richtigkeit gehabt haben: Die hellenischen Tempel Siziliens (schöner als die meisten in Griechenland selbst) galten ihm als die idealen Vorbilder der italienischen Antike.Europas berümtester und höchster Vulkan, der Ätna, ist 3340 Meter hoch. So heißt es, aber das stimmt in der Regel nicht. Manchmal ist er etwas höher, manchmal etwas niedriger. Alle paar Jahre bricht der permanent rauchende Berg aus, verändert seine Kraterregion und seine Höhe.
Im Gegensatz zum braven Stromboli auf der gleichnamigen Insel - 120 Kilometer entfernt -, der immer in dieselbe, touristisch längst kartographierte Richtung spuckt, sind die Eruptionen des Ätna unberechenbar und oft genug verheerend. Die umliegenden Orte und auch die Stadt Catania, immerhin 25 Kilometer entfernt, bekamen das schon mehrfach zu spüren.
Eine Ätna-Besteigung gehört zum Lohnendsten, was Sizilien landschaftlich zu bieten hat. Bei klarer Sicht (die allerdings nicht häufig ist), bietet sich vom Gipfel ein Rundblick über die ganze Insel. Der Aufstieg auf das riesige, kegelförmige Massiv, das einen Basisdurchmesser von rund 40 Kilometer hat, ist ziemlich ungefährlich. Ein Ätna-Ausbruch kommt schon längst nicht mehr aus heiterem Himmel. Das Observatorium am Kraterrand kündigt ihn rechtzeitig an.
Das ist eine Provinzhauptstadt, die prächtig liegt. Wegen der großartigen Tempelruinen im antiken Stadtteil ist Agrigent einer der sehenswertesten Orte Siziliens. Die über zwanzig - zum Teil noch erstaunlich gut erhaltenen - Heiligtümer, die im "Tal der Tempel" zwischen Olbäumen stehen, machen deutlich, warum Pindar, der altgriechische Lyriker, das klassische Akragas "die schönste Bleibe der Sterblichen" nannte.
Zu den größten Sehenswürdigkeiten des archäologischen Viertels zählt der altdorische Juno-Tempel mit 25 noch stehenden und weiteren wieder aufgerichteten, aber zerbrochenen Säulen.
Er präsentiert sich wirkungsvoll auf einem Hügel.
Unmittelbar nördlich vom Tempelbezirk finden Sie neben Resten von hellenistisch-römischen Wohnquartieren und Kultstätten das übersichtliche und hochinteressante Archäologische Museum.
Die Stadt hat in Sizilien Geschichte gemacht; das sieht m,an noch an den historischen Bauten: Einem barocken Dom mit berühmten Fresken, einem gleichfalls barocken Justizpalast und einem sehr schönen Stadtgarten.
In Siziliens zweitgrößter Stadt liegt das Sehenswerte eng beisammen - im Süden, dicht beim Porto Vecchio, dem alten Hafen. Da ist der barocke Domplatz mit einem mehrfach zerstörten, immer wieder aufgebauten Dom. Und mit dem Elefantenbrunnen: In einer groen Barockschale steht ein pechschwarzer Elefant aus Lava.
Am Domplatz beginnt die Via Etnea, Catanias Hauptgeschäftsstraße. Sie steuert pfeilgerade auf den Ätna zu, der sich im Hintergrund erhebt. Der Ätna ist schuld, dass in Catania nicht viel Sehenswertes steht. Er zerstörte die Stadt achtmal.
Ein Schmuckkasten voll arabischer, normannischer und mittelalterlicher Architektur. Auch einer der ältesten normannischen Dome Siziliens steht hier; 1131 wurde mit dem Bau begonnen. Die Mosaiken im Innern gelten manchen Kunstkennern noch mehr als die weltberühmten von Monreale. Auch die Säulenkapitelle und der Kreuzgang sind sehenswert.
Drumherum, an Gässchen und Treppenstraßen, reihen sich Paläste und Kirchen. Beim Gotteshaus S. Biago finden Sie sogar einen alten arabischen Waschplatz mit steinernem Becken und wasserspeienden Bronzelöwen; er ist noch heute in Gebrauch.
Und im Museo Mandralisca gibt es neben archäologischen Sammlungen und Münzen auch eine einmalige Sammlung mit über zwanzigtausend Muscheln.
Fast tausend Meter hoch liegt die Stadt auf einem Felsblock, von dem es nach allen Seiten steil hinunter geht: eine Felsenburg, die kaum einzunehmen war. innerhalb der Mauern, die teilweise noch die Stadt umgeben, finden Sie einen gotischen Dom, einen achteckigen (angeblichen) Wohnturm Friedrich II. und ein riesiges Kastell, das dieser Stauferkönig baute. In einem der drei großen Innenhöfe hat man ein Freilichttheater für Opernaufführungen eingerichtet. Der Rundblick vom besterhaltenen der sechs Türme, dem Torre Pisana, sucht seinesgleichen in Italien.
Viele kleine und kleinste Inseln liegen rings um Sizilien. Rund ein Dutzend davon ist einen Tagesausflug wert. Dazu gehören in erster Linie die Liparischen Inseln - vor allem Vulcano und Stromboli
Menschen mit klassischer Bildung nennen sie die Äolischen Inseln, weil hier Äolus wohnte, der Gott der Winde. Schnelle Tragflügelboote fahren regeImassig von Messina und Milazzo hinüber.
Vulcano war der Sitz von Gott Vulcanus, dem Taufpaten aller feuerspeienden Berge. Vulcanos Vulkane sind zwar seit Ende des vorigen Jahrhunderts erloschen, doch es gibt noch genügend Erinnerungen an jene feurige Zeit: zerklüftete Küsten, schwarze Sandstrände (eine Bootsfahrt rings um die Insel lohnt sich) und die Landschaft am großen Krater. An einigen Stellen - besonders im Osten der Insel - treten noch Schwefelgase ans Tageslicht. Und unter Wasser brodeln kleine dampfende Fumarolen.
Lipari ist - mit fast 38 Quadratkilometern - die Hauptinsel des Äolischen Archipels. Hier, im Schloss der kleinen Stadt, finden Sie interessante Ausgrabungen und umfangreiche Sammlungen im Museo Archeologico Eoliano. Auch Lipari hat eine vulkanische Vergangenheit. Sein Obsidian, ein glasartiger vulkanischer Auswurf, wird dort zu Schmuck verarbeitet.
Wenn Sie einige Tage in diesem Archipel zubringen wollen, um die einzelnen Inseln zu erkunden, empfiehlt sich Lipari als Standquartier.
Auf Stromboli dampft der Vulkan noch. Die weiße Wolke sieht man von weitem. Nachts wabert roter Schein über dem Berg. Immer wieder bricht der Stromboli (Berg und Insel haben den gleichen Namen) pflichtbewusst aus, und dann fliesst - in einer seit Urzeiten immer gleichen Rinne - glühende Lava ins Meer.
Besonders eindrucksvoll erleben Sie das bei einer nächtlichen Bootsfahrt zur Sciara deI Fuoco, dem Feuersturz.
Der nördliche Teil der Insel bleibt durch die ständige vulkanische Tätigkeit kahl, grau und unwirtlich. Doch der Osten ist mit grünen Hängen überzogen. Dort ist die Insel bewohnt.
Vor Stromboli liegt die steile Felsenklippe Strombolicchio. Eine Treppe bringt Sie hoch hinauf: Oben haben Sie einen faszinierenden Blick auf die Inseln, auf Sizilien und das Festland.
Hier wird Siziliens berühmtester Dessertwein fabriziert: bernsteingelb, feurig, süß, sehr alkoholreich und nach besonderen Rezepten zusammengemischt: Aus normalem Wein, gekochtem Traubenmost und allerlei Aromastoffen. Viele der großen Weinkellereien und Keltern der Stadt können Sie besichtigen. Das ist besonders während der Lese im September interessant.
Das Erdbeben von 1908 zerstörte die Stadt fast völlig.
Was steht, ist neueren Datums. Auch der normannische Dom, der eigentlich aus dem 12. Jahrhundert stammt: Man hat ihn in diesem Jahrhundert schon zweimal detailgetreu wieder aufgebaut. Vor ihm versammeln sich allmittäglich viele Touristen, denn um zwölf beginnt die astronomische Uhr am Turm, ein Schauspiel vorzuführen: Ein Hahn kräht, ein Löwe brüllt und allerlei Absonderliches geschieht.
Die Uhr ist kurios, aber historisch ist sie nicht. Sie wurde 1933 in Straßburg gebaut.
Zunächst war Palermo, Siziliens Hauptstadt, phönizisch, dann karthagisch und römisch. Die Römer wurden von den Byzantinern abgelöst, im 9. Jahrhundert kamen die Araber, nach ihnen die Normannen und schliesslich die schwäbischen Staufenkaiser.
Nach den Hohenstaufen übernahmen die französischen Anjou die Macht. Palermo ging weiterhin von Hand zu Hand; wurde aragonisch, spanisch, bourbonisch - und schliesslich italienisch.
Die bewegte Geschichte hat Palermo ein Konglomerat von sämtlichen Baustilen aller Besatzer beschert. Am interessantesten ist der in Europa einmalige arabisch-normannische Misch-Stil, der aus Palermos kultureller Blütezeit stammt. Die Piazza Bellini gehört zu den reizvollsten Plätzen der tadt. Hier stehen zwei Kirchen aus jener arabisch-normannischenr Zeit.
Den Palazzo dei Normanni haben eigentlich schon die Araber gebaut. Die Normannen setzten das Werk nur fort. Andere werkelten weiter daran. Heute ist der ehemalige Königspalast der Sitz des Parlaments von Sizilien.
Im stattlichen gotisch-katalanischen Palazzo Abbatelli mit seinen zinnengekrönten Türmen ist die sizilianische Nationalgalerie untergebracht - mit regionalen Kunstwerken aus dem Mittelalter bis zur Neuzeit.
Und der Foro Italico ist eine wahrhaft fürstliche Seepromenade, flankiert von noblen Adelspalästen. An lauen Abenden flaniert hier halb Palermo.
Im Jahre 1693 ruinierte ein Erdbeben fast ganz Ragusa. Es musste neu aufgebaut werden. Damals entstanden viele Barockbauten mit üppiger Ornamentik, darunter die Kirche San Giorgio. Nur ihre Kuppel stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die übrige Fassade ist ein typisches Beispiel für den sizilianischen Barock. An der alten Stadtgrenze stehen die Reste der Kirche San Giorgio: Der von prachtvollen Skulpturen umgebene Portalbogen ist gotisch-katalanisch.
Ebenfalls sehenswert ist der Palazzo Donnafugata mit seinen prachtvollen Sälen, voller Kunstgegenstände und kostbarem Mobiliar.
Viele kleine und kleinste Inseln liegen rings um Sizilien. Rund ein Dutzend davon ist einen Tagesausflug wert. Dazu gehören in erster Linie die Liparischen Inseln - vor allem Vulcano und Stromboli
Menschen mit klassischer Bildung nennen sie die Äolischen Inseln, weil hier Äolus wohnte, der Gott der Winde. Schnelle Tragflügelboote fahren regeImassig von Messina und Milazzo hinüber.
Vulcano war der Sitz von Gott Vulcanus, dem Taufpaten aller feuerspeienden Berge. Vulcanos Vulkane sind zwar seit Ende des vorigen Jahrhunderts erloschen, doch es gibt noch genügend Erinnerungen an jene feurige Zeit: zerklüftete Küsten, schwarze Sandstrände (eine Bootsfahrt rings um die Insel lohnt sich) und die Landschaft am großen Krater. An einigen Stellen - besonders im Osten der Insel - treten noch Schwefelgase ans Tageslicht. Und unter Wasser brodeln kleine dampfende Fumarolen.
Lipari ist - mit fast 38 Quadratkilometern - die Hauptinsel des Äolischen Archipels. Hier, im Schloss der kleinen Stadt, finden Sie interessante Ausgrabungen und umfangreiche Sammlungen im Museo Archeologico Eoliano. Auch Lipari hat eine vulkanische Vergangenheit. Sein Obsidian, ein glasartiger vulkanischer Auswurf, wird dort zu Schmuck verarbeitet.
Wenn Sie einige Tage in diesem Archipel zubringen wollen, um die einzelnen Inseln zu erkunden, empfiehlt sich Lipari als Standquartier.
Auf Stromboli dampft der Vulkan noch. Die weiße Wolke sieht man von weitem. Nachts wabert roter Schein über dem Berg. Immer wieder bricht der Stromboli (Berg und Insel haben den gleichen Namen) pflichtbewusst aus, und dann fliesst - in einer seit Urzeiten immer gleichen Rinne - glühende Lava ins Meer.
Besonders eindrucksvoll erleben Sie das bei einer nächtlichen Bootsfahrt zur Sciara deI Fuoco, dem Feuersturz.
Der nördliche Teil der Insel bleibt durch die ständige vulkanische Tätigkeit kahl, grau und unwirtlich. Doch der Osten ist mit grünen Hängen überzogen. Dort ist die Insel bewohnt.
Vor Stromboli liegt die steile Felsenklippe Strombolicchio. Eine Treppe bringt Sie hoch hinauf: Oben haben Sie einen faszinierenden Blick auf die Inseln, auf Sizilien und das Festland.
"Zu Dionys, dem Tyrannen schlich..."
Was Schiller da dichtete, soll in Syrakus stattgefunden haben, 400 Jahre vor Christi Geburt. Es ist schwer vorstellbar, dass das liebenswürdige, provinzielle Syrakus damals - mit rund einer Million Einwohnern - die größte aller griechischen Städte war. Bedeutende Geister lebten hier. Äschylos war Theaterdramaturg und Regisseur, Archimedes wirkte als mathematischer Philosoph. Bis 212 v. Chr. die Römer die Stadt besetzten. Da hatte Archimedes gerade geometrische Figuren in den Sand gezeichnet; ein römischer Soldat trampelte drauf herum.
"Störe meine Kreise nicht!" rief Archimedes. Und wurde prompt erschlagen.
Die Römer waren damals eben noch ausgemachte Barbaren. Syrakus ertrug das nicht. Es sank schnell zur Bedeutungslosigkeit herab. Die heutige Stadt besitzt nur noch ein Achtel des damaligen Umfangs. Erst wenn man sieht, wie weit die Monumente der Vergangenheit verstreut sind, kann man sich ein Bild von der Grösse des antiken Siracusa machen.
Mittelpunkt der heutigen Stadt (wenn auch nicht im geografischen Sinn) ist die Altstadt, die auf einer Insel liegt - mit engen, gewundenen Gässchen, schmucken Balkonen an Häusern und Palästen. Und erstaunlich mittelalterlicher Atmosphäre.
Die Besichtigung des antiken Stadtviertels Neapolis im Nordwesten von Syrakus dauert gut und gern vier Stunden. Da gibt es vor allem das kreisrunde griechische Theater aus dem 5.
Jahrhundert v. Chr. Mit einem Durchmesser von 134 Metern ist es das größte, das die Griechen jemals bauten.
Zehntausend Zuschauer haben Platz; die Griechen sollen sogar mit 15 000 gerechnet haben.
Daneben liegen künstliche Grotten, von denen das sogenannte "Ohr des Dionys" besonders interessant ist:
Die Akustik in dieser Höhle ist so raffiniert. dass ein Flüstern zum Gebrüll werden kann. Man behauptet, Dionys habe die Höhle benutzt, um Gefangene zu belauschen; sehr wahrscheinlich ist das nicht.
Urlauber lieben dieses Städtchen auf einem Plateau hoch überm Meer. Hier Oben gibt es einen Dom, allerhand feine Paläste, ein mittelalterliches Kastell und ein griechisch-römisches Theater - mit der schönsten Kulisse der Welt, wie Herr Goethe behauptet. Es stimmt - die Aussicht vom Theater oder vom Kastell reicht weit über Küste und Hinterland bis zum Ätna.
Ein paar Kilometer weiter in den Bergen liegt Castel Mola. Von dort ist der Blick noch besser.
Die Stadt liegt hübsch auf einer sichelförmigen Halbinsel: Ein Hafen, der schon im Mittelalter Bedeutung hatte. Eine Panoramastraße (oder, bequemer und schneller, eine Seilbahn) führt hinauf zum mittelalterlichen Städtchen Erice, das 750 Meter hoch liegt. Es ist ein Ort zum Bummeln mit gewaltigen Stadtmauern (die zum Teil noch aus phönizischer Zeit stammen), uralten Torbögen, einem normannischen Kastell, steingepflasterten Gassen und einem unwahrscheinlich schönen Blick. Bis (wenn Sie Glück haben) nach Cap Bon in Afrika.
- Auswärtiges Amt: Italien
Reisen mit Reise Rat | Reisen in
Italien | Überblick
Gardasee
I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII
Aostatal | Abruzzen | Basilikata | Apulien | Emilia
Romagna
Friaul-Julisch-Venetien | Kalabrien | Kampanien | Latium
Ligurien | Lombardei | Marken | Molise | Piemont | Sardinien
Sizilien | Südtirol |
Toskana
| Umbrien | Venetien
Berge | Seen | Golf | Kurzinformationen