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Reisen in Italien·KampanienItalien - Kampanien

Kampanien - Weltweit vom Schönsten

Es gibt wenige Landschaften - in Italien oder anderswo - , die von Dichtern so überschwänglich beschrieben worden sind wie Neapel und sein Golf.

Diese Gegend von Kampanien (zu der auch der Nachbargolf von Salerno gehört) hat in der Tat ungemein viel Hübsches zu bieten: eine Vielfalt an Steilküsten und Stränden, Buchten und Inseln, Terrassenstädtchen und Bergdörfern, Orangen- und Zitronenhainen. Sogar zwei weltberühmte Schönheiten finden sich hier: die Insel Capri und die Amalfitanische Küste zwischen Sorrent und Salerno.

Val Calore - Felitto

Heinz-Josef Lücking, Val Calore - FelittoCC BY 3.0

Ganz prächtig ist die Straße, die von Neapel am Ufer entlang über Sorrent und Amalfi nach Salerno führt. Es ist Italiens schönste Straße und, ohne Ubertreibung, eine der schönsten der Welt. Nicht sehr breit, kurvenreich und gefährlich hoch über dem Wasser - aber einzigartig reizvoll. Von den Ortschaften, die man passiert, ist eine malerischer als die andere.

Amalfi

Im Mittelalter war es eine bedeutende Seerepublik und versuchte Venedig, Genua und Pisa den Rang streitig zu machen. Die Kathedrale St. Andrea, die sich am Ende einer haushohen Freitreppe erhebt, zeugt noch von jener großen Vergangenheit. Die Fassade wurde im 19. Jahrhundert völlig erneuert, doch die Bronzetüren sind noch alt; 1066 wurden sie in Konstantinopel gegossen.

Der Kreuzgang mit den schön geschmückten römischen Sarkophagen gehört zu den typischsten Beispielen arabisch-normannischen Baustils. Und in der Krypta ruht Andreas, der Schutzheilige.

Wenn Ihnen der eine Kreuzgang nicht genügt, fahren Sie mit dem Aufzug zum ehemaligen Kapuzinerkloster hoch über der Stadt. Dort finden Sie einen weiteren hübschen Kreuzgang und obendrein einen zauberhaften Ausblick über Stadt und Meer.

Im übrigen ist Amalfi eine Stadt zum Bummeln - mit lebendiger, herzlicher Atmosphäre und viel Betrieb.

Wenn Sie ein wenig wandern wollen, so kommen Sie direkt vom Domplatz aus durch enge Gassen und Treppen in etwa einer Stunde in das Mühlental mit seinem Sturzbach, der immer noch Mühlen antreibt, mit Galerien und Hängebrücken.

Eine andere Möglichkeit: Sie fahren mit dem Motorboot in die vier Kilometer westlich gelegene Tropfsteinhöhle Grotta di Amalfi.

Benevento

Bei den alten Römern hieß die Stadt zunächst "Maleventum", was etwa "Schlechte Zeiten" bedeutete. Als man dann eine Militärkolonie daraus machte, musste dem Aberglauben zuliebe umgetauft werden: in "Benevento" ("Gute Zeiten").

Hier gibt es eine Reihe interessanter Bauten - römische und aus dem Mittelalter. Aus römischer Zeit blieben ein Theater, das man sorgsam restauriert hat, sowie ein Triumphbogen des Kaisers Trajan. Reliefs in griechischem Marmor schildern die Taten des Kaisers.

Auch eine antike Brücke steht noch. Die Via Appia von Rom nach Brindisi führte einstmals darüber .

Aus dem Mittelalter stehen die romanische Kathedrale und ein besonders schöner romanischer Kreuzgang vom ehemaligen Benediktinerkloster. Er enthält jetzt das "Museo deI Sannio" - eine weithin berühmte archäologische Sammlung.

Capri

Klein - sechs Kilometer lang, drei Kilometer breit, mehr nicht - , aber nach wie vor Italiens berühmteste Insel. Schon den Römischen Kaisern Augustus und Tiberius machte es Spass, hier zu leben und zu regieren. Und seit der Romantik gehört Capri zum Traumziel zahlloser Maler, Schriftsteller, Touristen und Snobs. Zumal im Juli und August ist die Insel voller

Lebenskünstler, skurriler Gestalten und schöngewachsener Mädchen. Mit ihrem milden Klima, einer ungemein üppigen Flora, den steilen Felswänden, den malerischen Winkeln und den berühmten Grotten ist Capri eins von Italiens besten touristischen Schaustücken.

Pompei / Ercolano

Bitte versetzen Sie sich in die Zeit um Christi Geburt. Da lagen am Fuße des Vesuvs die reiche Handelsstadt Pompeji und das Städtchen Herculaneum. Reges Leben herrschte, vor allem in Pompeji: Handel und Wandel, Gewerbe und Kunst standen in Blüte. Tempel, Theater, öffentliche Gebäude und Privathäuser waren aus Stein gebaut. Sie hatten Wasserleitungen aus Blei und zum Teil Glasfenster. Viele waren mit Wandmalereien und Kunstwerken ausgestattet. Es gab Theateraufführungen und Gladiatorenspiele, fleißige Handwerker und reiche Müßiggänger.

Am 5. Februar 63 bebte die Erde. Pompeji und Herculaneum wurden beschädigt. Man besserte die Schäden schnell aus, wunderte sich, aber glaubte den klugen Leuten nicht, die da warnten, dass der Vesuv an dem Beben schuld sein könnte.

Doch er war es.

Aber erst am 24. August 79 brach er mit einer gewaltigen Eruption aus. Einen Tag später gab es Pompeji und Herculaneum nicht mehr.

Über Pompeji ging ein Wolkenbruch von Bimsstein und Asche nieder - so kompakt, dass die Schicht in wenigen Minuten sieben Meter hoch war. Die meisten Einwohner nahmen die Gefahr im ersten Augenblick nicht so ernst. Der Krater des Vesuvs lag schließlich zehn Kilometer entfernt. Vor der Asche suchten sie Schutz im Keller. Dort erstickten sie zu Tausenden. 1700 Jahre später fand man noch die Abdrücke ihrer Körper in der Asche, die überall eingedrungen war: Man konnte die Formen mit Gips ausgießen und so im Museum der Nachwelt erhalten.

Bei Herculaneum war es anders. Es lag zwar nur sieben Kilometer vom Krater entfernt, doch nicht - wie Pompeji - in der Windrichtung. So bekam es keine Asche ab. Doch ein gewaltiger Strom von ausgespieenem Schlamm bewegte sich auf die Stadt zu und verschüttete sie bis zu 30 Meter hoch.

Der Schlamm kam nicht so schnell wie die Asche, die sich auf Pompeji niedersenkte, und die meisten Bewohner von Herculaneum konnten fliehen. Aber den größten Teil ihrer Habe mussten sie zurücklassen. Der Schlamm erstarrte zu Stein und konservierte, was darunter lag: Fachwerkhäuser und Brunnen, sogar Holzmöbel, Schmuck und Kunstwerke.

Erst 1748 begann man mit den Ausgrabungen in Pompeji. 1787 stand Goethe vor den inzwischen freigelegten Trümmern und sprach - wie stets - ein bedeutendes Wort: "Ich weiß nicht leicht etwas Interessanteres!" Heute würde er alles zweifellos noch sehr viel interessanter finden, denn inzwischen wurde hundertmal mehr ausgegraben und sorgfältig restauriert. Heute können Sie durch die Straßen der historischen Städte Pompeji und Herculaneum wandern, sehen die Häuser links und rechts, die schmalen Gassen und den Marktplatz, die Einrichtungen der Handwerker und die Innenhöfe der vornehmen Bürgerhäuser.

Was Sie an Details hier nicht finden, entdecken Sie auf jeden Fall im Nationalmuseum von Neapel. Dort sind die wertvollsten Funde der Ausgrabungsstätten gesammelt und ausgestellt.

Ischia

Es ist das ganz besonders angenehme Klima von Ischia, das schon den Etruskern, den Phöniziern und den Griechen behagte. Die Römer entdeckten dann außerdem noch die Wirkung der stark radioaktiven Quellen auf allerlei Gebrechen. Sie legten die ersten Bäder an. Diese Quellen haben Ischia berühmt gemacht. Aber die Insel besitzt auch schöne Strände und vor allem eine reiche Vegetation: Wein und Obst, Bäume und Blumen.

Neapel

Künstler und Philosophen machten Ferien in Neapel; die schönsten Dichtungen Vergils entstanden hier. Die Stadt scheint an Schönheit von Jahr zu Jahr zugenommen zu haben. Goethe und auch der junge Mozart waren begeistert.

Die Sage weiß genau, wie Neapel entstand. Demnach kreuzte Odysseus mit seinem Schiff vor der Küste. Auf den vier kleinen Felseninselchen, die vor Positano im Meer liegen, hausten die Sirenen - zauberhafte Wesen, die ungemein schön sangen. So lockten sie Seeleute an, mit denen sie dann unfein umgingen: Sie aßen sie auf, so dass die Sirenen - wie man in der Odyssee nachlesen kann - auf ihrer Sing- und Spielwiese "von aufgehäuftem Gebeine modernder Menschen umringt und ausgetrockneten Häuten" herumsaßen.

Odysseus, der Listenreiche, legte keinen Wert darauf, im Topf der Sirenen zu enden, und entging diesem peinlichen Schicksal, indem er seiner Besatzung die Ohren mit Wachs verstopfte und sich selbst am Mast festbinden ließ.

Die Obersirene Parthenope war solche Tricks nicht gewöhnt und stürzte sich aus Ärger ins Meer. Tot wurde sie an den Strand gespült. Dort entstand die Stadt Parthenope, das heutige Neapel.

Die nüchternen Geschichtswissenschaftler wissen es anders. Sie behaupten, dass sich dort im 7. Jahrhundert v. Chr. Siedler aus Rhodos niederließen und die Stadt, die sie gründeten, nach ihrer Schutzpatronin benannten - eben jener Sirene Parthenope.

Wie auch immer: Die Stadt Parthenope wuchs, gedieh und wurde berühmt. Im 3. Jahrhundert n. Chr. verbündete sie sich mit Rom und wurde bald darauf zur beliebtesten römischen Sommerfrische.

Nun: Neapel ist inzwischen eine moderne Großstadt mit allen Vorzügen und Nachteilen. Doch einige Sehenswürdigkeiten gibt es nach wie vor. Zum Beispiel das alte Viertel Santa Lucia. Wenn Überhaupt, dann findet man hier noch etwas von dem einst so berühmten, temperamentvollen, farbigen neapolitanischen Leben. Hier gibt es Wein, Gitarrenklänge, Fischsuppe und dazu die Gerüche des alten Hafens.

Das Nationalmuseum mit seinen berühmten antiken Kunstschätzen ist interessant und das Aquarium im Stadtpark wohl das reichhaltigste und interessanteste der Welt. Doch was an Neapel wirklich fasziniert, liegt außerhalb.

Zum Beispiel Capri.

Paestum

Ein Stück altes Griechenland. In einem Mauerquadrat stehen drei gewaltige, gut erhaltene dorische Tempel aus dem 6. und 5. vorchristlichen Jahrhundert. Die Basilika war entweder der Demeter oder der Persephone geweiht, der zweite Tempel der Ceres und der dritte - übrigens der besterhaltene sämtlicher griechischer Tempel - dem Poseidon.

Auch aus römischer Zeit gibt es eine Hinterlassenschaft: das mit zerstörten Kapitellen und Säulentrommeln übersäte Forum, der alte Marktplatz.

Positano

Das ist der versnobteste, doch vielleicht auch italienischste Ort am Golf von Salerno. Unten am Meer: eine Reihe von Sand- und Kiesbuchten. Darüber: die Stadt mit ihren malerischen Winkeln und Gäßchen, Treppen und Torbogen, bunten Häusern und Lauben kühn an die Steilküste geklebt.

Ein Künstlerdorf war Positano schon immer, aber man kann Maler und Poeten heute von den Touristen nicht mehr unterscheiden. Alle kleiden sich gleich verrückt, wenn sie die zahllosen Boutiquen, die hübschen Restaurants, die heißen Nachtklubs oder auch nur den Strand bevölkern.

Procida

Das ist die Insel im Golf von Neapel, die am ursprünglichsten blieb - mit wenigen Touristen, aber vielen Fischern, mit malerischen Buchten und dem Ort Procida, der wie aus vulkanischem Tuffstein gemeißelt wirkt. Treppen, Bögen und enge Durchlässe geben ihm fast den Eindruck einer orientalischen Höhlenstadt. Den besten Blick über die Insel und die Bucht von Neapel haben Sie vom hochgelegenen Kastell aus.

Sie kommen mit dem Schiff von Pozzuoli oder Neapel nach Procida hinüber. Auch von Ischia gibt es eine Bootsverbindung.

Sorrent

Die Blütengärten, die zauberhafte Lage auf einer Felsplattform überm Meer, die steile Küste und der kleine Hafen - alles steckt voller Zauber und Romantik. Aber auch voller Tavernen, Eiscafés und Touristen.

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