Drei benachbarte Länder in Südamerika hatten einst einen gemeinsamen Namen und lange Zeit hindurch auch eine gemeinsame Geschichte: Argentinien, Paraguay und Uruguay - die "La-Plata-Länder".
Den
Namen gab es seit dem 18. Jahrhundert. Vorher lebten dort, namenlos, zahlreiche
Stämme als Jäger oder ackerbautreibende Siedler, viele ständig
mit ihren Zelten unterwegs, andere auch seßhaft. Doch 1492 entdeckte
Kolumbus mit seinen Seeleuten Amerika. Seine Spanier machten sich auf,
die neue Welt zu erobern. 1516 drangen sie entlang dem Rio de la Plata
ins Land ein, weil sie einen Seeweg in Richtung Indien vermuteten. An
der Flußmündung bauten sie ein Fort, "Puerto de Nuestra
Senora de Santa Maria del Buen Aire". Daraus wurde dann Argentiniens
Hauptstadt, Buenos Aires.
Im Jahre 1776 wurde das "Vizekönigreich Rio de la Plata" gegründet. Es umfaßte die heutigen drei Staaten Argentinien, Paraguay und Uruguay. Anfang des 19. Jahrhunderts gerieten Spanien und England in einen Krieg. Spanien verlor seine Flotte, die Engländer besetzten 1806 Buenos Aires. Aber von der Bevölkerung wurden sie wieder vertrieben. Nun kamen erneut die Spanier und setzten wieder einen Vizekönig ein.
Von da an wurde die Situation unübersichtlich. Paraguay spaltete sich ab, dann Uruguay. Aber 1853 entstand aus einer Art von Förderation, die "Provincias Unidas del Rio de la Plata" hieß, die "Republik Argentinien". Und 1890 war Buenos Aires die größte und wichtigste Stadt in Lateinamerika. Aber erst 1916 fanden in Argentinien die ersten Wahlen statt. Und immer wieder griff das Militär in die Politik ein.
Als
1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, erklärte Argentinien seine Neutralität,
hatte aber bis 1944 diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland
wie auch zu Japan. 1944 setzte Juan Domingo Perón, argentinischer
Sozial- und Arbeitsminister, eine für Südamerika beispiellose
Sozialpolitik ein - mit höheren Löhnen, fester Arbeitszeit und
ähnlichem. Die Armen des Landes sahen in ihm - der deutlich mit Mussolini
und Hitler sympathisierte - ihren Retter. So wurde er 1946 zum Präsidenten
gewählt. Er regierte weitgehend undemokratisch, mußte dann
ins Exil, kam 1973 zurück und wurde wiedergewählt. Ein Jahr
später starb er, seine Witwe wurde Nachfolgerin. Doch inzwischen
ist Argentinien eine Präsidiale Bundesrepublik.
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