Das regelmäßig wiederkehrende Nil-Hochwasser beherrschte schon zur Zeit der Pharaonen die Jahreszeiten.

Feluke auf dem Nil
Die Ägypter waren es, die den Kalender erfunden haben. Ihr Jahr begann am 15. Juni, wenn der Nil die Wassermassen der Regenzeit aus Zentral- und Ostafrika mitbrachte. Und es kannte drei Zeiteinteilungen: die Überschwemmung im Spätsommer und Herbst, die Zeit von Aussaat bis Ernte vom Spätherbst bis Frühling sowie die große Trockenheit im Sommer.
Schon zur Pharaonen-Zeit listeten die Ägypter dem Nil mehr Wasser ab. Sie legten raffinierte Bewässerungssysteme an, bauten Kanäle und von Lehmwällen eingefasste Vorratsbassins, konstruierten Dämme und Schöpfwerke.
In manchen Gegenden kam man schon früh auf mehrere Ernten im Jahr. Der türkische Pascha Mohammed Ali, Ägyptens Staatschef, sorgte im vergangenen Jahrhundert für den Baumwoll-Anbau. Der garantierte zwei Ernten - Nahrungsmittel im Winter, Baumwolle im trockenen Sommer. Voraussetzung war, dass der Boden im Frühling und Frühsommer feucht genug blieb.
Im Jahre 1835 bauten die Ägypter am Nildelta den ersten Staudamm am Nil. Dadurch verdoppelte sich die jährliche Baumwollernte. 1898 entstand dann der erste Damm bei Assuan. Der gegenwärtige, mächtige Assuan-Damm wurde 1971 eingeweiht.
Es hat durchaus etwas gebracht, den Nil auf seinem Weg ins Mittelmeer ein wenig aufzuhalten. Dadurch wurde Ägyptens landwirtschaftliche Nutzfläche in den letzten 90 Jahren verdoppelt.
>> Ägyptens Lebensader: der weltlängste Fluss
>> Streng nach dem Nil-Kalender
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