Brixen

Das ist Südtirols älteste Stadt. Sie entstand aus dem Meierhof "Prichsna", der 901 dem Bischof von Säben geschenkt wurde. Fast 900 Jahre lang war Brixen der Sitz regierender Fürstbischöfe.

Weil der Stadt nach dem großen Brand von 1444 nichts mehr geschah, begegnet man auf Schritt und Tritt den Werken alter Meister aus sämtlichen Stilepochen - am über achthundertjährigen, allerdings stark barockisierten Dom (dessen romanischer Kreuzgang schöne gotischen Gewölbemalereien zeigt) ebenso wie in der Fürstbischöflichen Hofburg (mit ihrem dreistöckigen Arkadenhof) oder an den lauben- und erkergeschmückten Patrizierhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Im Diözesan-Museum der Hofburg sind neben Kirchen-und Volkskunst über vierhundert alte Krippen ausgestellt. Eine hat mehr als 5000 Figuren.


Trentino-Südtirol - wie aus dem Bilderbuch

Wenn jemand fragt, ob man Südtirol wirklich so bilderbuchhaft sehen kann, wie es oft dargestellt wird: In der Tat.

Es gibt kein Bilderbuchmotiv aus der Bergwelt, das nicht in Südtirol zu finden wäre: die steilen Felsen und die grünen Matten, Gamsbock und Enzian, buntblühende Hochalmen und sattblauer Himmel, Bergseen und Wasserfälle, trutzige Burgen und einsame Schlösser, holzgebaute Höfe und schlicht-behagliche Gasthäuser, Nüsse und Wein, Wurst und Speck, Andreas Hofer und Reinhold Messner. Der bekannteste Südtiroler, Luis Trenker, starb am Karfreitag 1990. Er wurde 98 Jahre alt.

Anderswo wäre soviel des Guten sicherlich eine monströse Schau zwischen Klamm und Kitsch. In Südtirol ist es schön und originell. Man hat buchstäblich alles zur Wahl, was einem beim Thema "Berge" nur einfallen kann. Und noch einiges mehr. Zum Beispiel das Klimawunder: Da betätigt sich die Natur (vor allem in und bei Meran) als Zauberin und gaukelt südliche Gefilde vor, indem sie zwischen Wein- und Obstplantagen auch Mandel-, Maulbeer- und Kastanienhaine gedeihen läßt. Noch etwas Erstaunliches: nirgendwo in Europa gibt es Burgen und Schlösser in solch großer Zahl so dicht beisammen.

Die eigenartige Situation, dass es drei Gebiete mit dem Namen "Tirol" gibt - Tirol, Südtirol, Osttirol - wirft allerdings oft die Frage auf: Wie hängt das zusammen?

Tirol (Hauptstadt Innsbruck) und Osttirol (Hauptstadt Lienz) sind österreichisch, Südtirol (Hauptstadt Bozen), das zwischen den beiden anderen liegt, ist italienisch. Einst gehörten alle drei zusammen, Tirol war habsburgisch bis 1806. Dann mußte Kaiser Franz das Gebiet an Bayern abtreten. Dies verdroß die Tiroler sehr. Sie erhoben sich unter Andreas Hofers Führung, waren zunächst auch erfolgreich, verloren dann aber gegen Napoleon. Tirol wurde aufgeteilt. Das nördliche fiel an Bayern, Südtirol und das Trentino gingen an das napoleonische Königreich Italien.

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