Man kennt Schottland von Fotos und Prospekten: schön, grossartig, unheimlich, einsam. Zuweilen mehr Regen als Sonne. Doch kommt man hin, wird klar: Es ist ein sehr attraktives Gebiet.
Gewiss,
es gibt finstere Hochmoore, heidebedeckte Berghänge, tiefe Talschluchten,
reissende Bäche und unergründliche Seen. In deren Tiefen tummeln
sich neben Lachsen, Hechten und anderem Fischzeug auch fremdenverkehrsfördernde
Ungeheuer. Das berühmteste von ihnen heisst Nessie und haust im Loch
Ness.
Zu Lande findet man Schafe, die in den einsamsten Gegenden scheinbar unbeaufsichtigt weiden, zottige Bergrinder und Wildkaninchen. Dazu Rotwild und - im Naturschutzgebiet Beinn Eighe, hoch im Nordwesten des Landes - sogar noch Wildkatzen und seltene Marderarten. Selbst die Schotten, die man hier trifft, entsprechen der gängigen Whisky-Reklame: Sie tragen den Kilt - das kurze Röckchen - und spielen zuweilen Dudelsack. Nur eine Vorstellung ist falsch: Geizig sind sie nicht. Sonst könnten sie nicht so gastfreundlich sein. Sparsam, allerdings, sind sie. Auch mit Worten.
Das sind die schottischen Highlands, eine der letzten Wildnisse Europas, geprägt von schroffen Bergen und tiefen Lochs. Im Glen Coe, einem der schönsten Täler des Landes, scheinen die schroffen Felsen direkt von der Strasse in den Himmel zu wachsen. Überall, auch an den touristisch bekanntesten Orten wie dem Loch Ness, kann man genügend Platz für sich selbst finden und in eine weitgehend unberührte Natur eintauchen.
Mitten im schottischen Hochland gibt es Berge, die sich zu alpinem Training eignen. Hier hausen noch Adler und andere seltene Vogelarten. Je höher man nach Norden kommt, desto schmaler werden die Strassen, desto rarer Tankstellen und Ladengeschäfte. Und die Landschaft zeigt sich immer grossartiger.
Im Sommer finden mal hier, mal dort "Highland Games" statt, Hochland-Spiele. Es sind Mini-Olympiaden, die durchaus nicht für Touristen, sondern zur Gaudi der Ansässigen stattfinden. Aber: Jeder darf mitmachen. Zum Beispiel beim "tossing the caber" - einem Baumstamm-Werf-Wettbewerb für starke Männer, beim Stein-, Hammer- und Angelschnur-Schleudern, beim Besenwerfen für Frauen oder bei den unvermeidlichen Schwerttänzen zu Dudelsackmusik.
So allerdings geht es nur im schottischen Hochland zu. Im südlichen Teil Schottlands, an der Grenze nach England, sieht es ganz anders aus. Das "Border Country" und die "Southern Uplands" präsentieren sich als friedliche Landschaft mit bewaldeten Hügeln und fischreichen Flüssen. Hier sind die Bauern wohlhabend, alle Welt ist aufgeschlossen und liebenswürdig.
>> Das schottische Hochland
>> Schottlands Südwesten
>> Glasgow und Edinburgh
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