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Reisen in Frankreich·Reisegeschichte II

Das berühmteste Spielcasino der Welt

von Annerose Lohberg-Goelz

Monte Carlo ist mit keiner anderen Stadt der Welt zu vergleichen. Seine Pracht zeigt sich vor allem in den Hotels aus dem letzten Jahrhundert wie beispielsweise das "Hotel de Paris" mit seinem wunderschönen Wintergarten. Hier pflegte man zu kuren und sich zu zeigen - das hat sich bis heute nicht geändert.

Es geht ruhig und gepflegt zu, vor allem in den Hotels, die Bäderabteilungen haben. Das "Hotel de Paris" und das "Hermitage" sind unmittelbar an die ultramodernen Thermen angeschlossen, in denen man sich einer neuartigen Seewasser-Therapie unterziehen kann, aus der man erstaunlich erfrischt und verjüngt herauskommt. Es versteht sich von selbst, dass alle diese Häuser über Schönheits-Salons und Fitnessräume verfügen. Und der Starkoch des Hauses bereitet gern eine individuelle Diät zu.

Der Yachthafen von Monaco öffnet sich wie ein Fenster zum Meer. Man sieht ihm seine alte Seefahrer-Tradition kaum noch an. Aber jeder, der eine Yacht besitzt, will einmal hier angelegt haben.

Das berühmteste Spielcasino der Welt verbirgt sich hinter prachtvoll beleuchteten Fassaden. Im Innern kann man schöne Fresken, feine Holztäfelungen und Glasmalereien sehen. Vor dem Ozeanographischen Museum mit seiner einzigartigen Sammlung von Meerestieren und den über 90 Bassins, das lange Zeit von dem jüngst verstorbenen Meeresforscher Jacques Cousteau geleitet wurde, fährt zwischen Februar und Oktober eine Touristen-Kleinbahn ab und zeigt in halbstündiger Fahrt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt von Monte Carlo.

Kommen Sie mit in das Hinterland der Cote! "Alpes-Maritimes" heißt die Gegend offiziell. Oder auch - auf deutsch - die "Meeresalpen". In der Tat sind diese Berge, die Frankreich von Italien trennen, zum Greifen nah.

Die beiden Länder hatten schon vor über 150 Jahren die gewagte Idee einer Eisenbahnverbindung über und durch das Gebirge. 1928 wurde zwischen Nizza und Cuneo in Italien eine eingleisige Strecke mit vielen Tunnels in Betrieb genommen, aber im zweiten Weltkrieg wurde sie teilweise zerbombt. Heute ist sie wieder in Betrieb. Wir fuhren mit der "Tenda-Bahn" eine eindrucksvolle Strecke auf französischer Seite von Nizza nach La Brique. Da steigt die Trasse schon tüchtig an; für die 68 Kilometer braucht das bequeme und saubere Zügle fast zwei Stunden. Aber es wird nie langweilig, sieht man doch links und rechts Täler und Schluchten, kleine Bergdörfer und immer wieder die Kirchlein, für die diese Gegend so berühmt ist.

Die wertvollsten Kunstschätze des Départements

Von außen oft sehr bescheiden anzuschauen, findet man im Innern dieser kleinen Kirchen oft Wandmalereien aus dem 14. bis 16. Jahrhundert, die zu den wertvollsten Kunstschätzen des Départements zählen. Die Gemeinden gaben sie seinerzeit Wanderkünstlern in Auftrag, damit die des Lesens nicht mächtigen Gläubigen die Heilige Schrift besser verstehen lernten. Die Namen der Künstler sind vergessen, aber die Farben haben nichts an Eindringlichkeit verloren.

La Brique ist eines dieser Bergdörfer, das schon im 15. Jahrhundert rund um eine Kirche gebaut wurde, zu der mit mächtigen Mauern ein Schloß gehört. Heute ist es einer der Ausgangspunkte für Gebirgswanderungen in den Mercantour Nationalparks. Wichtig und interessant sind aber in La Brique nicht nur die historischen Monumente, sondern auch Vater und Sohn Dellepiane. Die gehören zu den Verantwortlichen, die mit Leib und Seele dafür sorgen, dass hier oben im Gebirge und in den dazwischenliegenden Tälern der Naturschutz funktioniert. Die beiden betreiben mit ihren Familien ein kleines angenehmes Hotel in der Nähe des Bahnhofs, parlieren in eigentümlichem Italienisch-Französisch und kennen die überwältigende Flora und Fauna ihrer Heimat genauestens. Man kann mit ihnen mehrstündige und auch mehrtägige Wanderungen oder Fahrten in Geländewagen bis über die Baumgrenze hinauf machen.

In vielen Tälern ist es nicht gestattet, alleine zu gehen oder gar zu fahren - es ist zu gefährlich. Wer sich aber einer der Organisationen anvertraut, die sich hier zum Schutz dr Natur zusammengetan haben, erlebt Unvergleichliches. Er sieht Dinge, die er allein nie finden würde. Dazu gehört das "Vallée des Merveilles", das Tal der Wunder, das unter Denkmalschutz steht und in dem man geheimnisvolle Felsgravierungen aus der frühen Bronzezeit erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt hat. Deren Bedeutung ist heute noch nicht erschlossen. Ringsum steigen die Berge bis auf über 3000 Meter an, auf ihren Gipfeln liegt fast immer Schnee.

Man muß sich Zeit für diese einzigartige Gegend und ihre liebenswerten, knorrigen Menschen nehmen. Wenn man sich in ihre Welt eingefühlt hat, gibt es nichts, was sie für den Gast nicht möglich machen würden. Bei ihnen lernt man wieder, dass es außer Hektik und dem Streß des Alltags anderes Wichtiges gibt, das wir fast vergessen haben. Und man wird ehrfürchtig vor der Natur.

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