Reisen in Nordfriesland·Sylt

Die schicke Insel: Sylt

Sie ist die grösste der Nordfriesischen Inseln: fast 40 Kilometer feiner Sandstrand an einem Stück. Burgen aus Ferienappartements trennen diesen Strand an vielen Stellen vom ruhigen Heide-Hinterland.

Dort stehen die Bungalows der feinen Leute: Sylt gilt nach wie vor als eine von Deutschlands schicksten Adressen.

Sylts langer, schöner Strand eignet sich nicht nur zum Baden, sondern auch für kilometerlange Dünenwanderungen, die am besten von Kampen aus nach Norden (und dann wieder zurück) führen.

Ein anderer Spaziergang: zum Rantum-Becken südwestlich von Westerland. Es ist eines der grössten Seevogel-Schutzgebiete an der Nordseeküste. Hier brüten über 2000 Vogelpaare von 50 verschiedenen Arten. Es gibt bequem begehbare Dämme und Stege, um die Möwen, Enten, Seeschwalben und Wasserläufer zu beobachten.

Seit anderthalb Jahrhunderten ist es schick, auf Sylt Ferien zu machen. 1855 wurde die heutige Inselhauptstadt Westerland als Nordseebad gegründet. Zunächst waren es nur wenige fortschrittliche Damen und Herren, die sich in die Fluten wagten (die Damen sowieso nur innerhalb der Privatsphäre eines Badekarrens, der einige Meter ins seichte Uferwasser gezogen wurde).

Doch bis zur Jahrhundertwende war es bereits Mode geworden, nach Sylt zu reisen, um sich - im züchtigen, hochgeschlossenen Badeanzug - in die kühle Nordseebrandung zu werfen. In aller Munde kam die Ferieninsel allerdings erst, als immer mehr Leute den Mut hatten, sich am Strand hüllenlos der Sonne, dem Wind und den Wogen preiszugeben. Das gab es schon zwischen den beiden Weltkriegen, aber so richtig begann der FKK-Betrieb erst in den Fünfziger- und Sechzigerjahren.

Heute sind Nackte an Sylts Stränden so selbstverständlich, dass keiner mehr hinsieht. Allerdings gibt es mehrere markierte Fkk-Strandabschnitte, auf denen man unter sich ist. Erkennungsmerkmal bei kühlem Wetter: dicker Pullover und nackter Po.

Seit 1927 ist die Insel durch den elf Kilometer langen Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden. Der Damm dient jedoch nur dem Eisenbahnverkehr. Das Auto kann zwar in Niebüll verladen werden, aber in der Hochsaison ist das nicht empfehlenswert: Da gibt es auf Sylt schon zu viele Autos.

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