REISEN IM MOSELTAL·TRIER II
Vier alte Kirchen,
zwei alte Kräne
Nicht nur Römisches ist sehenswert in Trier.
Es gibt hier eine Reihe von Kirchen, die es lohnen, näher betrachtet
zu werden.
Der Dom - zwischen der Porta Nigra und der römischen Basilika -
ist Deutschlands älteste Bischofskirche. Der Ostteil des Schiffes
wurde schon gegen Ende des 4. Jahrhunderts erbaut. Der Westbau aus Kalkstein,
Ziegeln und dunklen Sandsteinquadern hat große Ähnlichkeit
mit der Porta Nigra. (Das alte römische Amphitheater diente im elften
Jahrhundert als Steinbruch für den Kirchenbau.) Um 1716 fügte
man die barocke Schatzkammer hinzu. Und nachdem es 1717 gebrannt hatte,
wurden auch andere Gebäudeteile barock umgestaltet.
Innerhalb des Doms und in ceiner Schatzkammer
gibt es viel zu sehen: phantastische byzantinische Elfenbeinarbeiten
aus dem sechsten jahrhundert, Handschriften mit kostbaren alten Einbänden,
romanische Plastiken, den Andreas-Altar (eine wunderbare Goldschmiede-Plastik)
aus dem zehnten Jahrhundert, Grabaltäre vom 14. bis zum 17. Jahrhundert
und einen Allerheiligen-Altar von 1614.
Kostbarster Schatz des Doms ist der "Heilige Rock". Es soll
der Leibrock Christi gewesen sein. um den die Soldaten am Fuße des
Kreuzes würfelten. Das gewebte, nahtlose braune Hemd ist anderthalb
Meter lang und wird, weil es längst mürbe geworden ist, durch
einen byzantinischen Seidenstoff geschützt. Der Rock wird in jeder
Generation einmal gezeigt; er ist dann das Ziel der größten
deutschen Wallfahrt.
Gleich neben dem Dom erhebt sich die Liebfrauen-Kirche.
Sie ist (neben der Elisabeth-Kirche in Marburg) die älteste gotische
Kirche Deutschlands. Besonders schön sind ihre Portale: nicht spitzbogig,
sondern romanisch rund. Die Grabmäler im Inneren sind sehenswert.
Die barocke St.-Paulin-Kirche im Nordosten
der Stadt entstand Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihr Inneres ist ein Meisterwerk
barocker Raumgestaltung. Die weißen Wände und Pfeiler enden
hoch oben in prunkvollem Stuck, der zu den leuchtend bunten Deckengemälden
überleitet.
Im Süden Triers steht die Pfarrkirche St. Matthias. Jährlich
pilgern Tausende hierher, denn die Kirche beherbergt das einzige Apostelgrab
nördlich der Alpen. Es war der Apostel Matthias, der hier begraben
wurde.
Nichts mit den Kirchen, aber doch mit jener
alten Zeit haben die zwei Hafenkräne zu tun, die an der Mosel stehen.
Der eine wurde 1413, der andere 1774 gebaut. Sie haben schwere Getriebe
aus Eichenholz und wurden durch Menschen (meist durch Gefangene) bewegt.
In Treträdern von mehr als vier Metern Durchmesser mußten sie
ihr Gewicht und ihre Muskelkraft einsetzen. (Die Moselschiffahrt hatte
einst große Bedeutung und die Kräne wurden noch in unserem
Jahrhundert benutzt.)
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Kirchen, zwei alte Kräne
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