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Reisen in der Lausitz·Überblick II

"Schöne Lausitz" -
die Hymne der Sorben

Die zwei interessantesten Städte der Lausitz heißen Zittau und Görlitz. Beide gehören zum sächsischen Teil des Gebiets, zur Oberlausitz.

In Zittau besticht - neben anderen sehenswerten Bauten - vor allem das einheitliche Bild des Marktes: Mit einem Rathaus, das der berühmte Karl Friedrich Schinkel originellerweise im Stil der italienischen Renaissance baute, mit dem barocken Noackschen Haus und der Rokoko-Fürstenherberge.

Görlitz bietet eine Reihe geradezu großartiger Bauten im Stil von Gotik und Renaissance, dazu den barocken Obermarkt sowie den Untermarkt, der mit Bauwerken aus Spätgotik, Renaissance und Barock geradezu auftrumpft. Hier war das mittelalterliche Zentrum der Stadt, hier sieht man besonders eindrucksvoll, wie reich diese Stadt einst war. Darüber gibt es besonderes Kapitel.

Noch etwas Historisches, sehr viel Älteres: Panschewitz-Kuckau mit dem Kloster St. Marienstern. Das entstand im 13. Jahrhundert. Hier pflegt man sehr bedacht das Brauchtum der Sorben, und das ist wichtig für die Lausitz. Die Sorben sind eine Minderheit, aber nicht etwa irgendwann eingewandert. Sie sind die Ureinwohner, die weitflächig das heutige Sachsen und das südliche Brandenburg bewohntem.

In einer Chronik von 631 ist schon von den Sorben die Rede. Franken und Sachsen kamen erst später in die Gegend, eroberten das Land und unterwarfen die Sorben (die sie "Surbi“ nannten). Die neuen Herren verlangten Anpassung. Sorbisches Brauchtum wurde verboten, wer sorbisch sprach, musste zeitweise um sein Leben fürchten. Aber die Sorben sind einer sehr hartnäckige Rasse und obendrein auch noch schlau. Statt klein beizugeben, pflegten sie ihr angestammtes Volkstum sieben Jahrhunderte lang im Geheimen. Anderswo (das sorbische Gebiet war ja groß) verlor sich dieses Festhalten an der verbotenen Tradition nach und nach. Nicht so in der Lausitz: Da waren die Sorben einfach nicht kleinzukriegen.

Nach dem Mittelalter wurden die Lausitzer Sorben nicht mehr verfolgt. Jetzt entwickelten sie eine eigene Literatur, gaben Gesangbücher und eine sorbische Bibel heraus. Und dann komponierte jemand sogar eine sorbische Hymne, die auf deutsch "Schöne Lausitz" heißt.

Noch heute leben viele Sorben hier; sie machen mehr als ein Zehntel aller Lausitzer aus, haben eigene Schulen, eigene Bräuche, eine eigene Tracht, auch nach wie vor eine eigene Sprache. Oder, besser, zwei. Denn in der Oberlausitz klingt das Sorbische halbwegs tschechisch, in der Unterlausitz eher polnisch. Görlitz heißt bei ihnen "Zhorjelc", Zittau ist "Zitawa", Cottbus nennen sie "Chosébuz". Und auch die Lausitz heißt bei ihnen nicht so, sondern "Lusica".

Sterne im Baedeker:
Die Stadt Zittau
Markt und Rathaus in Zittau
Panschewitz-Kuckau

> Wie man Bergbau zum Baden nutzt
> "Schöne Lausitz" - die Hymne der Sorben

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