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Reisen im Altmühltal·Sommersdorf I

Die Mumien in der Familiengruft

Menschen, die nach der ihnen zugemessenen Zeit des Erdenwallens dieses irdischen Jammertals entraten, steht nach absehbarer Zeit eine gewisse Metamorphose ihrer äußeren Erscheinung bevor. Erst einmal sachgemäß bestattet, verlieren sie die Form. Und nicht nur diese.

"Erde bist du - und zu Erde sollst du werden" - dieser Satz aus vielen würdigen Bestattungsansprachen trifft den Tatbestand kurz und prägnant. Wer solcher Verwandlung entgehen will, muss sich in Schloss Sommersdorf in einen Sarg legen. Da wird er nicht zu Erde - höchstens zu Leder.

Sommersdorf liegt gleich nördlich von Großenried an der Altmühl. Das Schlösschen sieht recht proper aus - romantisch und verträumt. Dass es in der Familiengruft nicht ganz geheuer zugeht, sieht man ihm von außen nicht an.

Der erste, bei dem man Erstaunliches bemerkte, war der schwedische Obrist Ritter von Holz. Allerdings nicht mehr zu seinen Lebzeiten. Da hatte er nur das Pech, verwundet zu werden - und zwar, als der Dreißigjährige Krieg schon fast zu Ende war. Blessiert und übellaunig irrte der Obrist durch Franken; im Schloss Sommersdorf nahm man ihn schließlich auf. Aber es wurde nichts mehr Rechtes mit dem Herrn von Holz; ein paar Jahre später starb er.

Mit allen Zeichen seines Ranges - in Uniform und Stiefeln, den schweren Säbel in der Hand - sperrte man ihn in einem schweren Eichensarg in die Sommersdorfer Gruft. Und dort blieb er. Zwar hat sich sein Aussehen bis heute ein wenig verändert: er ist unleugbar älter geworden. Doch im ganzen zeigt er sich recht wohlerhalten. 150 Jahre nach seinem Tod musste er einige Unbill erleiden: plündernde französische Soldaten drangen in die Gruft ein und stahlen ihm den Uniformrock (der demnach ebenfalls gut erhalten geblieben sein muss - besser, als man es von heutigen Textilien erwarten kann). Herrn von Holz focht das nicht weiter an. Er liegt nach wie vor ganz ruhig da, und sein Gesicht wird von Jahr zu Jahr lederner.

Anderen, die man in den folgenden Jahren und Jahrzehnten in der Gruft beisetzte, ging es nicht anders. Da ist der Truhenmeister Julius Wilhelm Freiherr von Crailsheim, da ist eine Reihe von kleinen Kindern - wenn man ihre Särge aufklappt, sehen sie so wohlerhalten aus, als seien sie erst jüngst noch recht lebendig gewesen. Doch das trügt.

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