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Reisen in der Altmark·Stendal I

160 Jahre als Hansestadt

Die größte und wichtigste Stadt der Altmark ist Stendal. Doch mit ihren 40 000 Einwohnern ist die einstige Hansestadt doch recht handlich geblieben.

Roland in StendalSchon im 12. Jahrhundert verlieh Brandenburgs Markgraf Albrecht der Bär dem Dorf an der Uchte, nicht weit von der Elbe, das Magdeburger Stadtrecht. 160 Jahre lang war die Handelsstadt Mitglied der Hanse. Neben dem Fernhandel brachte die Tuchmacherei den Bürgern soliden Wohlstand - bis zum Dreißigjährigen Krieg, dem die völlige Verarmung folgte.

Doch nach dem Anschluß ans Eisenbahnnetz im 19. Jahrhundert kam ein neuer wirtschaftlicher Aufstieg. Dann erst wuchs Stendal über seine gotischen Stadtmauern hinaus, von denen heute noch Reste zu sehen sind.

Der historische Marktplatz ist sehr attraktiv, und der schönste Bau dort ist das Rathaus - ein im Kern noch gotisches Gebäude, das in späteren Jahrhunderten oft verändert wurde. Unter dem verwinkelten Bau liegt der Ratskeller mit seinem zweischiffigen, kreuzrippenüberwölbten Saal. Vor dem Rathaus steht eine riesige Rolandsfigur, Symbol des freien städtischen Marktrechts. Es ist allerdings eine Nachbildung des 1972 bei einem Orkan umgestürzten Originals von 1515. Hinterm Rathaus erhebt sich die mächtige Doppelturmfassade der spätgotischen Marienkirche. Sie beherbergt einen kostbaren Flügelaltar von 1471 und eine ebenso alte geschnitzte Chorschranke.

Stendal hat aber noch mehrere sehenswerte gotische Kirchen mit wertvoller Einrichtung, darunter den Dom St. Nikolai. In diesem eindrucksvollen Hallenbau aus dem 15. Jahrhundert blieb ein zeitgenössischer, spätgotischer, sehr schöner Glasgemälde-Zyklus erhalten. Auf 1200 Feldern erzählt er aus dem Leben Christi und etlicher Heiliger. Der Lettner mit den dreizehn Sandsteinfiguren stammt vom frühgotischen Vorgängerbau dem Doms. Auch das spätgotische Chorgestühl ist eine eingehende Betrachtung wert.

In Stendal wurde 1717 der Begründer der modernen Archäologie geboren, Johann Joachim Winckelmann. Vor dem Rathaus steht ein Denkmal zu seinen Ehren. Und in dem Haus in der jetzigen Winckelmannstraße, wo er das Licht der Welt erblickte (und das jetzt ein Museum ist), erfahren Sie viel über seine wissenschaftliche Arbeit, die international Maßstäbe setzte.

Sterne im Baedeker:
Die Stadt Stendal

> 160 Jahre als Hansestadt
> Ein berühmter Taufkessel

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