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Reisen mit Reise Rat·Reisebücher Juni 2008

Neue Bücher, neue Landkarten

Das Internet mit Disketten und Bildschirm ist eine gute und nützliche Sache. Aber gedruckte Bücher und Landkarten sind allemal noch die feineren Bestandteile der Medienlandschaft. Weshalb wir hier von beiden Gruppen vorstellen, was uns touristisch nützlich erscheint.

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Auch die Falkland-Inseln sind dabei. - Argentinien ist das zweitgrößte Land in Südamerika. Ein riesiges Gebiet - achtmal größer als Deutschland. Wer hier nach eigenem Plan reisen will, kann ein detailliertes Handbuch gut brauchen. Bei Dumont ist solch ein Buch herausgekommen: Handlich für unterwegs, aber vollgestopft mit Hinweisen und Informationen; da war ein Team aus Landeskennern am Werk. Viel nützliches Hintergrund-Wissen wird vermittelt, viele "Themen-Seiten" beschäftigen sich - zum Teil sehr amüsant - mit den Eigenarten und Besonderheiten Argentiniens. Auch von den Falkland-Inseln ganz im Südosten Argentiniens, die wenig besucht werden, erfährt man Interessantes (Dumont Richtig Reisen: "Argentinien", 504 Seiten - 24.95 Euro).

Urwüchsige Waldes-Einsamkeit. - Mit dem Bayerischen Wald ist das so eine Sache. Den einen ist er zu schlicht, die anderen lieben gerade die urwüchsige Einsamkeit dieses Nationalparks. Immerhin hat er ja zahllose Wander- und Radwege (auch etliche Lehrpfade sind darunter). Sehr gescheit hat man in diesem Bildatlas die beiden großen, schönen, kulturell bedeutsamen Städte im Nordwesten und Südosten des Bayerischen Waldes dazugestellt: Regensburg und Passau. Die Texte sind informativ und teils auch amüsant, die Fotos vermutlich sehr gut. Bei einigen erkennt man das durchaus, bei den meisten kann man es nur vermuten. Die sind so lieblos auf den Seiten zusammengeschoben, dass einem die bayerischen Waldestränen kommen (HB-Bildatlas "Bayerischer Wald", 118 Seiten - 8.50 Euro).

Straßen der Ferien. - Wieviele Ferienstraßen gibt es in Deutschland? Über dreißig! sagt Polyglott. Fünf davon gelten aber nur teilweise, denn die schlängeln sich - wie beispielsweise die Sisi-Straße - über die Bundesgrenzen hinaus in fremdes Land. Manche Straßen sind dem Polyglott (mit Recht!) gerade mal zwei Druckseiten wert; da tut sich einfach nicht viel. Andere Sträßchen, die außer dem phantasievollen Namen gar nichts zu bieten haben, wurden klugerweise ganz weggelassen. Es sind auch so noch genug. Einige zusätzliche Kapitel erzählen von Ferienstraßen in den Nachbarländern und auch, wie man eigentlich auf diese "Straßen" kam, angefangen mit den frühmittelalterlichen Handelswegen. Mit dem kleinen Buch kommt man auf den deutschen Ferienstraßen gut zurecht. (Polyglott Special: "Ferienstraßen in Deutschland", 256 Seiten - 14.95 Euro).

Für Strand- und Kunstliebhaber. - Zypern ist seit Jahrzehnten eine der grundstabilen Ferieninseln. Möglichkeiten für Urlaubsspaß und für Bildungsreisen ergänzen sich hervorragend. Das 30 Jahre alte Problem, die Abspaltung des türkischen Nordens, ist im südlichen Zypern nun auch mehr oder weniger verarbeitet worden. Der ADAC hat jetzt einen handlichen, übersichtlichen Zypern-Führer herausgebracht. Der nützt einerseits denen, die sich für die schönsten Strände interessieren, ist aber auch für Kunstliebhaber ein wertvoller Begleiter. Jede historische Sehenswürdigkeit, die einen Zypern-Besuch bereichert, wird fundiert vorgestellt. Auch die Beschreibung des erlebenswerten Insel-Inneren mit dem wunderschönen Troodos-Gebirge zeigt, dass hier Zypern-Kenner am Werk waren (ADAC-Reiseführer plus: "Zypern", 144 Seiten - 9.95 Euro).

Moblierte Furienwohnung. - Wenn man das Ausland mit deutschen Augen betrachtet, tendiert manches dazu, ein wenig komisch zu wirken. Zumal, wenn es um die Schreibweise deutscher Wörter auf hochoffiziellen ausländischen Schildern geht. Da gibt es im französischen Moulinet eine "Moblierte Furienwohnung", auf Sardinien wird man mit "ACHTUNG BADEN OHNE RETTUNG SAUFSICHT" gewarnt, in Australien mahnt man: "Warnmarinestachel werden gekannt, Geschenk in diesem Gebiet zu sein". Und auf der Insel Korsika wird ein schlichter Toilettengang zu einem komplizierten Unternehmen; man soll dort "diese Toiletten in einem Sauberkeitsstand lassen, in dem Sie hätten, zu wünschen, sie zu finden, indem sie hineingehen". Aber besser noch als alle diese Übelsetzungen sind die Kommentare, die Titus Arnu dazu abgibt (Langenscheidt: "Würste der Hölle", 128 Seiten - 9.95 Euro.)

Berlin in Bildern. - Der ADAC hat eine neue Buchreihe gestartet: Die Bildreiseführer. Sie beschäftigen sich, alle um die 228 Seiten stark und im Format DIN A 5 (was einem Schulheft entspricht) mit jeweils einer Stadt. Zunächst gibt es solche Führer für Berlin und München, Hamburg und Köln. In Spätsommer sollen Rom und Wien, Paris und London dazukommen. Vor uns liegt der Band "Berlin", und der zeigt schon, dass die Idee etwas taugt. Die Stadt wurde in ein halbes Dutzend Teile zerlegt. Mit vielen Bildern wird gezeigt, was es dort zu sehen gibt. Insgesamt sind 400 bunte Fotos in diesem Handbuch; man wird optisch voll bedient. Zu jedem Bild findet man sofort den passenden, hinweisenden Text. Will man nun feststellen, wie sich das Abgebildete in der Wirklichkeit ausmacht, fährt man einfach hin. Will man aber nicht, so beläßt man es bei dem (zumeist ausgezeicheneten) Foto. Das macht eine Stadtbesichtigung einfach und spart viel Zeit (ADAC Bildreiseführer "Berlin", 228 Seiten - 16,95 Euro).

Liebenswerte Mentalität. - Irgendwo in diesem HB-Bildatlas über Dänemark stößt man auf ein kleines, dänisches, kaum bekanntes Zitat: "Bauer bleibt Bauer, selbst wenn er auf seidenem Kissen schläft." Das gilt für nahezu alle Dänen, die heutzutage doch durchweg wohlgebettet ruhen - und dennoch erfreulich schlicht geblieben sind. Diese liebenswerte Mentalität wird in dem Magazin immer wieder deutlich - verbunden mit vielen guten touristischen Hinweisen, was man in Dänemark besuchen sollte. Charaktervolle Bilder bilden den Rahmen (HB-Bildatlas "Dänemark", 118 Seiten - 8.50 Euro).

Das Dosenöffner-Problem. - Zwei kleine Bücher der "Nach-Russland-Reihe" haben wir schon vorgestellt: "Russland auf eigene Faust" und "Russland anders". Jetzt kam ein drittes Buch heraus: "Russische Alltagskultur". Ein schlichtes Büchlein, um sich in einem teils erstaunlich fremden Land zurechtzufinden. Wieso sind Restaurants in russischen Städten immer so voll, obwohl so wenig verdient wird? Oder: Welche technische Raffinesse braucht man für einen russischen Dosenöffner? Das sind so sie die russischen Probleme, die in dem angenehm kauzigen Büchlein angegangen werden - und die zu besprechen durchweg sinnvoll ist, wenn man sich in Russland ein wenig auf eigene Faust umsehen will (Nach-Russland-Reihe: "Russische Alltagskultur", 104 Seiten - 9.80 Euro).

Zweimal Neapels Golf. - Zur Zeit unserer Großeltern war der Golf von Neapel das Traumziel aller Romantiker, aller Verliebten. Das hat sich ein wenig geändert (zumal seitdem Neapel im Müll erstickt) - aber die Gegend ist nach wie vor zauberhaft. Das gilt vor allem für die Inseln Ischia und Capri, aber auch für das Neapolitanische Hinterland. Zwei neue Reiseführer zu diesem Gebiet haben wir hier - einen von Baedeker, einen vom ADAC. Beide haben die touristischen Tipps für den Golf von Neapel übersichtlich zusammengefasst. Der kleinere, vom ADAC, hat den Vorzug großer Handlichkeit und zeigt viele Bilder - auch eines von Herrn Goethe, weil der ja mal bei Capri fast schiffbrüchig geworden wäre. Was ihn (im Gegensatz zu Dutzenden anderer Dichter) zeitlebens davon abhielt, Capri als Reiseziel zu rühmen (ADAC-Reiseführer plus: "Golf von Neapel", 144 Seiten - 8.95 Euro).

Pompeji mit 17 Druckseiten. - Baedeker hat in seinem Reisehandbuch - anders als der ADAC - nichts mit der Capri-Antipathie des Herrn von Goethe im Sinn; er lobt, dass jener Herr fleißig und wissbegierig den Vesuv bestieg, der hier fünf Druckseiten lang behandelt wird. Dankenswert ist auch, dass in diesem Baedeker volle 17 sehr sorgfältig bearbeitete Druckseiten über Pompeji zustande kamen. Es ist nach wie vor Italiens bedeutendstes antikes Reiseziel (Baedeker: "Golf von Neapel", 354 Seiten - 19.95 Euro).

Sonnenuntergang in St. Pauli. - Es ist nicht oft so, dass Fotograf und Autorin eines HB-Bilderbuches das Gebiet als enge Heimat kennen, das sie beschreiben. Hier, bei Hamburg, ist es so. Und das ist vorteilhaft, denn so kommen viele feine Details dieser meist nur groß und international auftretenden Stadt ans Licht. Wer sonst erzählt einem vom alten Hamburg an Deichstraße und Nikolaifleet? Von Sonnenuntergängen an den St-Pauli-Landungsbrücken? Die Leser werden ermuntert, Hamburg "mal anders" zu erkunden: auf den Spuren von Hans Albers durch St. Pauli. Oder mit dem Fahrrad durch die Speicherstadt. Insgesamt findet man hier feine Texte und eindrucksvolle Fotos. Sowie ein halbes Dutzend guter, auch sehr nützlicher Stadtpläne (HB-Bildatlas "Hamburg", 118 Seiten - 8.50 Euro).

Die schönsten Orte und Regionen. - Der ADAC-Verlag hat Geburtstag: 50 Jahre hat er nun schon hinter sich. Um das zu feiern, brachte er zwei ganz spezielle Reiseführer für Deutschland und Italien heraus. Da werden jeweils die schönsten Orte und Regionen vorgestellt. Die schönsten? Es ist fraglich, ob man das so allgemeingültig präsentieren kann. Aber immerhin: Wir haben in beiden Büchern kein einziges zweifelhaftes Zielgebiet entdeckt. Indessen haben wir einige gefunden, die manchen Leuten sicher noch nicht als lohnendes Ziel gegenwärtig sind. Zum Beispiel das Ruhrgebiet mit der "Zeche Zollverein XII" und der "Route der Industriekultur". Ja, auch dies gilt als eine der "schönsten Regionen Deutschlands". Da sagen Ihnen beide Bücher doch manches Neue (ADAC:"Deutschland - Die schönsten Orte und Regionen", 348 Seiten, sowie "Italien - Die schönsten Orte und Regionen", 408 Seiten - je 9.95 Euro).

Abenteuerlich. - Es ist doch fein, wenn Verlagen ab und zu etwas Neues einfällt. Hier zum Beispiel: Daß man, um Abenteuer-Urlaub zu machen, ja gar nicht nach Afrika reisen muß. Das kann man auch (und vermutlich etwas billiger) in Deutschland. Polyglott hat da viele heimische Möglichkeiten zusammengetragen, von denen manche nur ein wenig schlicht, wenn auch nicht schlecht sind ("Birdwatching" oder "Gartenlust"). Andere haben durchaus Abenteuerliches in sich ("Der Formel-Kick" für Amateur-Rennfahrer, "Baumwipfelwege" in Biosphären-Reservaten, "Wildnis erleben" in erstaunlich naturbelassenen Teilen der deutschen Landschaft oder "Mit dem Mini-U-Boot in die Tiefe".) Noch einig andere, vor allem amüsante Vorschläge macht das Buch: "Die Kunst des Bierbrauens" oder "Sprachferien Plattdeutsch" (Polyglott Special: "Abenteuerurlaub in Deutschland", 256 Seiten - 14.95 Euro).

Lavendelduft und wilde Pferde. - Viele Kenner Frankreichs nennen als Gebiet, das sie besonders lieben, die Provence. Lavendelduft, das Meer und wilde Pferde - das sind Impressionen aus dieser Gegend. Die gebirgige Haute-Provence kommt dazu, der Hafen von Marseille, das bezaubernde Avignon. Und eine teils wilde, teils weite Landschaft, oft mit Blüten bis an den Horizont. Fotograf Roland Gerth hat großartige Bilder gemacht, Rita Henß einfühlsame Texte. Und dann durfte Sternekoch Edouard Loubet noch ausführlich erzählen, was er kulinarisch von der Provence hält. Schlicht gesagt: er hält viel davon (HB-Bildatlas "Provence", 118 Seiten - 8.50 Euro).

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