Das Internet mit Disketten und Bildschirm ist eine gute und nützliche Sache. Aber gedruckte Bücher und Landkarten sind allemal noch die feineren Bestandteile der Medienlandschaft. Weshalb wir hier von beiden Gruppen vorstellen, was uns touristisch nützlich erscheint.
Wollen Sie über ein Buch oder eine Landkarte noch mehr wissen oder gleich online kaufen? Klicken Sie auf die Abbildung!
Wie erlebt man Neuschwanstein?
- Baedeker stellt umfassend das Allgäu
vor: das Gebiet der Allgäuer, Oberbayerischen
und Berchtesgadener Alpen. Mehrere Autoren waren am Werk, und sie haben
ihre Sache gut gemacht. Drei Autorouten werden vorgeschlagen, um die Gegend
kennenzulernen - darunter natürlich die zwei bekanntesten: Die 500
km lange Deutsche
Alpenstraße sowie die Oberschwäbische
Barockstraße. Gleich auf den ersten Seiten im Buch sind viele
gute Tipps zusammengestellt - bis hin zum Thema, wie man Schloß
Neuschwanstein erleben kann, ohne mit Dutzenden anderer Touristen durchgeschleust
zu werden. Erfreulich: Man findet auch viele Tipps für Kinder (Baedeker:
"Allgäu", 324 Seiten - 19.95 Euro).
Mit Schwarzwälder Kirschtorte.
- Beim Schwarzwald
gilt der Süden
als das gewissermaßen exotischere, attraktivere Gebiet. Das ist
gegenüber dem Schwarzwälder
Norden aber ungerecht. Hier fließt die Nagold,
hier liegt Baden-Baden,
hier wächst sehr guter Wein.
Und hier findet man - das sagen auch die gastronomischen Handbücher
- Deutschlands
beste Köche. Dazu bekommt man nun in einem neuen Bildatlas viele
gute Hinweise, aber auch sehr schönen Fotos. Man erfährt zudem,
daß es in diesem Landstrich immer noch Glasbläser
und Glasschleifer gibt. Aber auch mit detailliertem Rezept, wie man die
berühmte Schwarzwälder Kirschtorte herstellt (HB-Bildatlas
"Schwarzwald Norden", 118 Seiten - 8.50 Euro).
Südostasiens ursprünglichstes
Reiseland. - Auf dem Titelblatt dieses sehr umfangreichen und
instruktiven Handbuchs (es kommt in der dritten Auflage heraus) steht
neben "Myanmar" in Klammern auch "Birma". Und eigentliche
sollte auch noch "Burma" dabeistehen, denn in Deutschland
gelten nach wie vor alle drei Landestitel - ein sanft chaotisches Durcheinander.
Wie auch immer: Myanmar mit seinen exotischen Sitten und Sehenswürdigkeiten
ist, wie man hier sieht, nach wie vor das ursprünglichste Reiseland
in Südostasien. Nun haben sich in den letzten Monaten auch die Möglichkeiten,
das lange isolierte Land zu bereisen, wohltuend vervielfacht. Auch dies
wird hier detailliert deutlich. Sehr lesenswert: in den Tippkästen
die persönlichen Empfehlungen der vier sehr erfahrenen Autoren (Stefan
Loose Travel Handbuch "Myanmar", 588 Seiten - 23.95 Euro).
Die Schweiz
der Franken. - Das ist eine der romantischsten Gegenden Deutschlands:
Die Fränkische
Schweiz. Weithin grüne Landschaften, muntere Flüsschen,
wunderhübsche Städte wie Nürnberg
und Bamberg.
Auch sehr nette, feine Menschen (zu denen man nur nicht sagen darf, als
Franken
seien sie ja eigentlich Bayern; dann werden sie unfein). Ein neuer Bildatlas
über diese Fränkische Schweiz zeigt viel Stilvoll-Idyllisches,
vor allem aber eindrucksvolle Fotos. Zauberhaft abgelichtet: die Bamberger
Altstadt. Man findet auch zahlreiche gute Tourismus-Tipps. - Wenn sich
HB jetzt noch einen guten Zeitschriften-Grafiker anschaffen könnte,
der nicht alle Fotos sinn- und stillos aneinanderklebt - es wäre
ein sehr schönes Heft (HB-Bildatlas "Fränkische
Schweiz", 118 Seiten - 8.50 Euro).
Über tausend Seiten China.
- China ist - so kann man wohl sagen - das Thema des Sommers. Wie weit
die vorgesehene Olympiade und das Drumherum dazu führen, dass Touristen
in das Land kommen, ist kaum abzusehen. Zumal man inzwischen weiß,
dass die geschäftstüchtigen Chinesen die Preise für Besucher
in ihrem Gebiet für dieses Jahr absurd in die Höhe geschraubt
haben. Aber wie auch immer - hier stellen wir Ihnen einen neuen China-Reiseführer
vor: einen dicken Wälzer mit über tausend Seiten. Er ist sehr
gut aufbereitet. Neun sehr gute Autoren waren am Werk, die nicht nur zahllose
touristische Details verständlich machen, sondern auch Aufschluss
über typisch chinesische Betrachtungsweisen vermitteln, die eng mit
der uns zuweilen sehr fremden Kultur im "Land des Lächelns"
zusammenhängen. Verheimlicht wird - glücklicherweise - auch
nicht, wo man mit Bürokratie-Schikanen und Smog, mit grauseligen
Toiletten und Touristen-Nepp rechnen muss (Lonely Planet: "China",
1108 Seiten - 28.50 Euro).
Thailand
kostenlos. - In aller Regel stellen wir hier Bücher und
Magazine vor, die man in der Buchhandlung kaufen kann. Zuweilen gibt es
aber auch interessante Informationshefte, die einerseits gut gemacht und
andererseits kostenfrei zu haben sind. So etwas haben wir hier mal wieder
vorliegen: Zum Thema Thailand.Thailands vielseitige Urlaubsmöglichkeiten
werden präsentiert - exakt, detailliert, mit guten Fotos. Erfreulich
ist, dass es hier nicht nur um den in letzter Zeit besonders beworbenen
Süden des Landes mit seinen Stränden und Nobel-Hotels geht,
sondern dass auch der Osten sowie der eigentlich ja viel interessantere
Norden ihren Platz finden - sowie die faszinierenden Nationalparks, auch
wenn diese meist nur schlichte Unterkünfte anbieten ("Thailand-Urlaub",
84 Seiten - www.thailandtourismus.de
- info@thailandtourismus.de).
Russland
anders. - Im vergangenen Jahr haben wir Ihnen hier "Russland
auf eigene Faust" vorgestellt. Nun kommt im gleichen Verlag eine
Art von Fortsetzung heraus: "Russland anders". Der Untertitel:
"Geheimtipps von Moskau bis Magnitogorsk". Nun, Geheimnisse
sind es natürlich nicht, die hier - im europäischen Teil Russlands
- gezeigt werden. Aber es sind sehr gute, individuelle Tipps, zumeist
abseits der üblichen Touristen-Routen. Die beiden Autoren haben auch
an Urlauber gedacht, die zwar auf der Wolga reisen wollen, aber nicht
unbedingt in einer Luxuskabine. Und sogar an abenteuerliche Typen, die
Russland unbedingt mit dem Fahrrad kennenlernen wollen (www.russland-buecher.ru:
"Russland anders", 116 Seiten - 9.80 Euro).
Zwei Bände USA.
- Bei Stefan Loose kamen zwei USA-Handbücher (Westen und Osten) neu
heraus: Umfassend und sehr detailliert. Fünf Autoren waren jeweils
am Werk, um das Reiseland USA vorzustellen. Das Problem, dieses so große
und vielfältige Land handlich und übersichtlich nach touristischen
Anforderungen zu gliedern und darzustellen, ist gut gelungen. In den wichtigsten
Bereichen findet man sich problemlos zurecht. Und die "Traveltipps
von A bis Z" sind in jedem der beiden Bücher eine nützliche
Einführung. Mit diesem Material sind die USA für Urlaubs-Touristen
gut und sicher zu bereisen (Stefan Loose Travel Handbücher
"USA - Der Westen" und "USA - Der Osten", 476 und
600 Seiten - 23.95 und 24.95 Euro).
Für die Gemeinde der Nordsee-Fans.
- GEO hat ein Magazin über die deutsche Nordsee herausgebracht. Es
ist weit mehr als ein Reiseheft. Man erfährt zwar viel Touristisches
- und wohl das Wichtigste - über die Inseln und Strände, die
hier zu finden sind. Aber die Redaktion forschte auch tiefer, tauchte
in die Historie der Küste ein. Sie zeigt auch, wie neue Tierarten
dort das Öko-System verändern können - und läßt
sich sogar darüber aus, was es mit dem Friesischen Selbstbewußtsein
auf sich hat: Wie zum Beispiel Schulkinder jetzt die historisch friesische
Sprache neu lernen. Auch einen schönen Satz über die Nordsee-Urlauber
findet man: "Bei wenigen anderen sind Tahiti oder die Copacabana
derart abgemeldet wie in der Gemeinde der Nordseefans" (GEO
Special: "Deutsche Nordsee", 154 Seiten - 8.00 Euro).
Für die Ostsee-Interessenten.
- Was die deutsche Ostseeküste zu bieten hat, stellt ein neuer Bildatlas
vor. Hauptsächlich geht es da um die üppigen Kiefernwälder
am Strand, um die imponierenden Steilküsten und um die kilometerlangen
Sandstrände - alles in der Gegend von Rügen,
Usedom
und Hiddensee. Aber nicht nur. Es gibt auch drumherum viel Interessantes,
Bereisenswertes. Man sieht sehr attraktive Fotos, bekommt zahlreiche nützliche
Tipps. Gut sind auch die Informationen über den Nationalpark Vorpommersche
Boddenlandschaft oder den verwunschenen Urwald auf der Insel Vilm. Und
wenn es ums Essen geht, stellt man fest, in wie vielen erstaunlichen Variationen
man hier den schlichten Hering zu sich nehmen kann (HB-Bildatlas
"Rügen-Usedom-Hiddensee", 118 Seiten - 8.50 Euro).
Am Jakobsweg. - Hape Kerkelings
Buch "Ich bin dann mal weg", das sich mit dem Nordspanischen
Jakobsweg beschäftigt, steht im SPIEGEL seit Monaten an der Spitze
der Sachbuch-Liste. Nun kam ein aktuellen Baedeker über dieses Gebiet
heraus - in einer nagelneuen ersten Auflage. Der deckt das touristische
Umfeld ab. Da ist von stillen Bergdörfern und von sehr schönen
Stränden die Rede, von lebendigen Städten und weit ausgebreiteten
Weingegenden. Fünf sehr schöne Autorouten werden vorgeschlagen
- neben dem Jakobsweg selbst auch vier andere, die nicht weniger interessant
sind. Sie lassen sich für mehrwöchige Rundreisen hervorragend
kombinieren. Und man erfährt, alles in allem, dass Nordspanien zwischen
Pamplona und Santiago de Compostela doch viel mehr zu bieten hat als es
sich der normale Spanien-Urlauber so vorstellt (Baedeker: "Spanien
Norden / Jakobsweg", 370 Seiten - 19.95 Euro).
Stuttgart,
das den Stürmen der Dummheit trotzt. - Stuttgart kommt bei
der Bewertung deutscher Städte manchmal etwas schlecht weg. "Provinziell!"
hört man da oft. Aber ist das so? Kenner wissen: Das ist überhaupt
nicht so. Stuttgart ist eine der schönsten und originellsten deutschen
Städte, kulturell wie literarisch oder architektonisch erstaunlich
attraktiv. Im neuen Merian-Führer über Stuttgart stehen etliche
eindrucksvolle Sätze. Zum Beispiel: "Eine Stadt muss die eigene
Schönheit achten, darf sich nicht von Leuten vereinnahmen lassen,
in deren Köpfen nichts außer Hollywood steckt." Oder,
sehr knapp: "Diese Stadt hat eine Biederkeit, die den Stürmen
der Dummheit trotzt. Gut so." - Wenn man dem Magazin vertraut, ist
Stuttgart auf dem besten Weg zu einer weltweiten Kultur-Metropole. Das
kann schon sein (Merian: "Stuttgart", 140 Seiten - 7.50
Euro).
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